Lauperswil

Acht Bürger pfeifen den Gemeinderat zurück

LauperswilDer Landkauf in Lauperswil, an dem sich Simon Wüthrich mit seinem Holzbaubetrieb und die Pfimi Burgdorf beteiligen ­wollen, ist noch nicht in trockenen Tüchern.

Die Pfimi Burgdorf (auf dem Bild während eines Familiengottesdienstes) möchte ins obere Emmental expandieren.

Die Pfimi Burgdorf (auf dem Bild während eines Familiengottesdienstes) möchte ins obere Emmental expandieren. Bild: Andreas Marbot

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Dem Lauperswiler Gemeinderat geht es nicht besser als jenem in Rüderswil. Beide müssen sich noch einmal mit Geschäften auseinandersetzen, die Ende letzten Jahres an den Gemeindeversammlungen vom Volk angenommen wurden.

In Rüderswil geht es um die definitive Einführung des Bürgerbusses, in Lauperswil um ein Stück Land, das die Gemeinde verkaufen will. Die Parzelle liegt hinter der Curlinghalle in Zollbrück. Hier möchte der Langnauer Simon Wüthrich für seinen Holzbaubetrieb ein Gebäude aufstellen, das die Pfimi Burgdorf abends und an den Wochenenden jeweils für ihre freikirchlichen Anlässe nutzen möchte. Mit 46 Ja zu 39 Nein bei 16 Enthaltungen stimmte die Gemeindeversammlung dem Landverkauf zu.

Doch nun ging beim Regierungsstatthalteramt eine Beschwerde ein, die von acht Per­sonen unterzeichnet wurde. Laut dem Lauperswiler Gemeindeschreiber Jürg Sterchi monieren sie, das Geschäft sei falsch traktandiert worden.

Der Vorwurf kommt nicht von ungefähr: Im Infoblatt der Gemeinde erbat sich der Gemeinderat seinerzeit die Kompetenz, den beiden Parteien von der Parzelle ein Teilstück von etwa 5000 Quadrat­metern zu verkaufen. Doch an der Versammlung wurde der ursprüngliche Antrag «präzisiert», wie im Protokoll nachzulesen ist. Nicht mehr 5000, sondern rund 7000 Quadratmeter wollte der Gemeinderat veräussern.

Jürg Sterchi erklärt, wie die Differenz zustande kam. Von Anfang an hätten die kaufwilligen Parteien erklärt, das Gebäude hinter der Curlinghalle aufstellen zu wollen. Zudem wollten sie den Richtung Bahnhof in einen Spitz zulaufenden Rest kaufen, der sich für anderweitige Überbauungen wohl schlecht eignen würde.

Ihre Platzbedürfnisse hätten sie auf einem Plan eingezeichnet und von 5000 Quadratmetern gesprochen, sagt Sterchi. Doch als der Gemeinderat im Zusammenhang mit dem Vertragsentwurf einen Geometerplan erstellen liess, zeigte sich, dass die gewünschte Fläche nicht 5000, sondern knapp 7000 Quadratmeter beträgt.

Auch der Preis änderte

Erweitert hat sich entgegen dem im Infoblatt vorgestellten Geschäft auch die potenzielle Käuferschaft. Eine dritte Interessentin war dazugekommen: Eine Anwohnerin möchte mit dem Kauf von etwa 300 Quadratmetern sicherstellen, dass die neuen Nachbarn ihrem Grundstück nicht ­allzu nahe kommen.

Nebst der Quadratmeterzahl und der Käuferschaft, die mit dem traktandierten Geschäft nicht mehr übereinstimmten, war es auch der Beschluss bezüglich des Preises, der acht Bürger dazu bewog, eine Beschwerde einzureichen. Vertreten werden sie durch den Langenthaler SVP-Grossrat Patrick Freudiger, der sagt: «Es wurde einfach nicht über das gleiche Geschäft abgestimmt, wie es traktandiert worden war.» Der Gemeinderat hatte im Infoblatt geschrieben, das Land solle zu 110 Franken pro Quadratmeter verkauft werden.

Dabei blieb er auch an der Gemeindeversammlung, allerdings nur in Bezug auf 5000 Quadratmeter, die überbaut werden sollen. Den Preis für die 2000 Quadratmeter im Spickel und das Teilstück der Anwohnerin werde er noch aushandeln, hiess es nun im abge­änderten Antrag. Für Freudiger steht deshalb fest: «Damit stimmen die formellen Bedingungen für eine korrekte Abstimmung nicht.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.01.2018, 17:52 Uhr

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