Burgdorf

2018 kommen die Aebi-Hallen weg

BurgdorfDie Industrie­brache der ehemaligen Maschinenfabrik Aebi beim Bahnhof Burgdorf darf dem Erdboden gleichgemacht werden. Gegen die Abbruchbewilligung gab es keine Beschwerden.

Der Abbruch der einstigen Fabrik ist nun rechtskräftig. Trotzdem fahren die Bagger jetzt nicht sofort auf.

Der Abbruch der einstigen Fabrik ist nun rechtskräftig. Trotzdem fahren die Bagger jetzt nicht sofort auf. Bild: Olaf Nörrenberg

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Den Zeitplan für die Grossüberbauung beim Bahnhof Burgdorf hatte sich die Alfred Müller AG etwas anders vorgestellt: Die Investorin aus dem zugerischen Baar, welche die Industriebrache der ehemaligen Maschinenfabrik Aebi besitzt, ging noch vor zwei Jahren davon aus, dass sie die Bauarbeiten im ersten Halbjahr 2017 beginnen und die erste Etappe des Neubaus Suttergut Nord im Oktober 2018 bezugsbereit sein würde.

Doch längst ist der Fahrplan in Verzug. Mit ein Grund ist, dass die ursprüngliche Projektidee über den Haufen geworfen wurde. Statt die ehemaligen Fabrikhallen, die während 65 Jahren das Erscheinungsbild des Bahnhofquartiers prägten, zu renovieren und dann zum Beispiel als Lofts zu nutzen, wollte die ­Alfred Müller AG bald einmal nichts mehr davon wissen.

Im Dezember 2016 wurde das Gesuch um Rückbau sämtlicher acht Gebäude eingereicht. Wohl wehrte sich der Berner Heimatschutz gegen den Abbruch der nicht unter Denkmalschutz stehenden Bauten, doch erteilte die Stadt die Abbruchbewilligung. Und da gegen diese bei der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion bis Ende Juni keine Beschwerde eingereicht wurde, ist sie nun rechtskräftig.

Langer Verfahrensweg

Trotzdem kann die Zuger Investorin jetzt nicht sofort mit den Abbrucharbeiten starten. «Gemäss Auflage aus dem Gesamtbauentscheid werden wir mit den Abbrucharbeiten erst beginnen, wenn die Überbauungsordnung Suttergut Nord rechtskräftig ist. Dies dürfte voraussichtlich im Sommer 2018 der Fall sein», erklärt Esther Lötscher, Kommu­nikationsverantwortliche der Alfred Müller AG, auf Anfrage.

Die Überbauungsordnung befindet sich derzeit beim kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) in der Vorprüfung. Danach erfolgt eine öffentliche Auflage des Projekts. Und zu guter Letzt müssen noch der Gemeinderat und das AGR ihren ­Segen dazu geben. Bis die Genehmigung vorliegt, dürfte es ungefähr ein Jahr dauern.

Belasteter Standort

Damit der Rückbau dann sofort an die Hand genommen werden könne, würden im ersten Halbjahr 2018 alle nötigen Submissionen durchgeführt. «Die Abbrucharbeiten werden circa acht bis zehn Monate dauern und umfassen sämtliche Gebäude auf unseren Parzellen», sagt Lötscher und ergänzt: «Da es sich um belastete Gebäude handelt, müssen in einem ersten Schritt alle schadstoffbelasteten Bauteile durch spezialisierte Unternehmen fachgerecht ausgebaut und entsorgt werden.»

Danach würden die Gebäude abgebrochen, wobei der Baugrund teilweise ebenfalls saniert werden müsse. «Unser Ziel ist es», betont Lötscher, «dass die Parzellen aus dem Kataster der belasteten Standorte ausgetragen werden können.»

Stadtrat hat Weg geebnet

Bis die Alfred Müller AG ihre Überbauung in den Himmel ziehen kann, dürfte es mit Blick auf die Verfahrenswege – Überbauungsordnung und Baubewilligungsverfahren – noch zwei Jahre dauern. Grundsätzlich steht der Erstellung von Gebäuden für Wohn-, Büro- und Gewerbenutzung auf dem Aebi-Areal nichts mehr im Weg.

Mit seinem Ja zur Teilrevision der baurechtlichen Grundordnung hat der Stadtrat im Dezember 2016 den Weg für den Bau des sogenannten Sutterguts Nord frei gemacht. Geplant sind sieben unterschiedlich grosse Baukörper, die zusammen eine nutzbare Geschossfläche von ­maximal 40'000 Quadratmetern aufweisen. Die Gebäude zählen drei bis acht Geschosse und werden bis zu 30 Meter hoch.

Was wird gebaut?

Der Entwurf der Überbauungsordnung schreibt eine Mischnutzung von mindestens 30 Prozent Wohnraum und 30 Prozent Gewerbe vor. Auf Anfrage will sich die Alfred Müller AG bezüglich konkreten Nutzungsmix nicht in die Karten blicken lassen, sie geht jedoch «von ungefähr zwei Dritteln Wohnfläche und einem Drittel Geschäftsfläche» aus. Keine Prognose wagt sie, wann das erste Gebäude des Sutterguts Nord bezugsbereit sein wird. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.07.2017, 16:29 Uhr

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