Burgdorf

Michels Freundschaft mit der Sonne

BurgdorfDas Ziel ist ambitiös: Mittelfristig sollen 60 bis 70 Prozent aller Flachdächer in der Industriezone Buchmatt in Burgdorf mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet werden. Das ist die Absicht der Solarstadt Burgdorf AG, deren Gründung der Industrielle Willy Michel initiiert hat.

Glauben an das Potenzial der Sonne: Gemeinderat Martin Aeschlimann (EVP), Unternehmer Willy Michel
 und Beat Ritler, Geschäftsführer der Solarstadt Burgdorf AG (v.l.).

Glauben an das Potenzial der Sonne: Gemeinderat Martin Aeschlimann (EVP), Unternehmer Willy Michel und Beat Ritler, Geschäftsführer der Solarstadt Burgdorf AG (v.l.). Bild: Olaf Nörrenberg

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Er macht keinen Hehl daraus: «Noch vor 20 Jahren habe ich nicht an die Sonnenenergie geglaubt.» Willy Michel steht dazu, dass er damals das Potenzial der Sonne als Energielieferantin verkannt hatte. Mittlerweile hat der Burgdorfer Industrielle seine Meinung aber diametral geändert, wie er gestern vor den Medien ausführte. In den 90er-Jahren habe die Energie, die man in eine Fotovoltaikanlage steckte, in keinem Verhältnis zur Energiemenge gestanden, die später produziert wurde. «Mittlerweile hat die Branche aber eine enorme Entwicklung gemacht. Die Panels sind deutlich günstiger geworden, und die Energiebilanz sieht wesentlich besser aus.» Deshalb sei es heute sinnvoll, Solarpanels einzusetzen.

Und genau das will Willy Michel tun. Er scheint durch die Fotovoltaikanlage, die der Energiefachmann Hans Ulrich Flückiger im letzten Herbst auf dem Dach von Michels Ypsomed AG in der Industriezone Buchmatt installiert hat, auf den Geschmack gekommen zu sein. «Die theoretischen Werte, die für diese Anlage errechnet worden waren, wurden allesamt übertroffen», freut sich Michel. Sein Ziel ist es nun, rund 60 bis 70 Prozent aller Flachdächer in der Buchmatt kurz- bis mittelfristig mit Solarpanels auszustatten. Deshalb hat er gemeinsam mit anderen Unternehmern und Körperschaften Anfang Mai die Solarstadt Burgdorf AG gegründet.

Erste Anlage in Planung

Zu den Gründungsmitgliedern zählen neben Verwaltungsratspräsident Michel die Stadt Burgdorf, die städtische Energieversorgerin Localnet, die Burgergemeinde Burgdorf sowie die Unternehmer Bruno Marazzi und Ernst Balmer. Alle haben sie je 30000 Franken Aktienkapital beigesteuert. Diese 180'000 Franken werden bereits in ein erstes konkretes Projekt gesteckt: Auf dem Dach der Localnet AG soll bis im September eine Fotovoltaikanlage installiert werden, die Strom für rund 30 Haushalte liefern wird. Und bis Ende Jahr will sich die AG vier bis fünf weitere Dächer in der Buchmatt sichern, auf denen sie im Verlauf von 2015 Anlagen realisieren kann. Liegenschaftsbesitzer, die ihr Dach zur Verfügung stellen, würden angemessen entschädigt, erklärte Michel.

Überhaupt soll es Schlag auf Schlag gehen: Bereits für die nächsten Monate kündigte Michel eine erste Aktienkapitalerhöhung auf eine Million Franken an. Als Geldgeber sollen zum einen wiederholt die Gründungsmitglieder auftreten, zum anderen will die AG zusätzliche Investoren gewinnen.

Bieridee als Vorbild

Geplant ist auch, dass die Öffentlichkeit Anteilscheine zeichnen und sich so am Projekt beteiligen kann. «So haben wir es damals bei der Gasthausbrauerei auch gemacht», rief Michel in Erinnerung. Einen wesentlichen Unterschied gibt es allerdings: Die Aktionäre der Solarstadt Burgdorf AG würden nicht etwa mit Freibier entschädigt, sondern mit einer kleinen Dividende in Geldform. (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.06.2014, 11:20 Uhr

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