Zur Gourmetstube neu ein Bistro

Langenthal

Mit 14 Gault-Millau-Punkten und herrschaftlicher Ambiance gilt die Auberge bald einmal als nobel und teuer. Ein neuer Bistrobereich soll jetzt unterstreichen, dass es durchaus auch nur ein einfaches Znacht oder ein Glas Wein sein darf.

Holztische statt weisser Tischtücher: Mit dem neuen Bistrobereich wollen Geschäftsführerin Romy Frangi und Küchenchef Florian Stähli in der Auberge auch Gäste ansprechen, die nicht ein 5-Gang-Menü suchen.

Holztische statt weisser Tischtücher: Mit dem neuen Bistrobereich wollen Geschäftsführerin Romy Frangi und Küchenchef Florian Stähli in der Auberge auch Gäste ansprechen, die nicht ein 5-Gang-Menü suchen.

(Bild: Thomas Peter)

Die Nachfrage ist laut Geschäftsführerin Romy Frangi weiter steigend. Die Stammkundschaft laufend gewachsen. Das Hotel mit fast 50 Prozent Auslastung auf Kurs. Und das Restaurant zeitweise gar dermassen gut besucht, dass spontane Besucher abgewiesen werden müssen.

Ganz falsch scheint es das Auberge-Team also nicht zu machen. Das ist auch den Kritikern von Gault Millau nicht entgangen, die den Restaurationsbetrieb in der mehr als 130 Jahre alten Villa beim Langenthaler Onyx-Kreisel letzten Herbst gleich mit 14 Punkten gewürdigt haben.

Dennoch ist die Sommerpause im 2011 eröffneten Hotel-Restaurant der Genossenschaft Solidarität jetzt für einen Konzeptwechsel genutzt worden: Das Hotel und das Restaurant bleiben zwar. Mit einem neuen Bistrobereich soll aber vermehrt auch ein spontanes Publikum angesprochen werden, das vielleicht nur etwas kleines essen oder gar nur ein Glas Wein trinken möchte.

Von 34 auf 50 Sitzplätze

Der bisherige Réceptionbereich ist deshalb zum Bistro umgebaut, die bisherige Gaststube in einen ebenfalls schlichteren Bistrobereich und eine davon abgetrennte Gourmetstube unterteilt worden. Dadurch hat einerseits die Zahl der Sitzplätze von bisher 34 auf neu 50 erhöht werden können, was der guten Auslastung des Restaurants Rechnung trägt.

Gleichzeitig soll aber auch unterstrichen werden, dass ein Essen in der Auberge keinesfalls nur nobel und teuer sei, verweist Genossenschaftspräsident Kurt Bachmann auf die massiven Holztische im Stil französischer Bistrots. Und neben Menüs stehen auch schlichtere Mittag- und Abendessen auf der Karte. «Viele Gäste wollen zwar fein essen, aber nicht unbedingt einen Mehrgänger», weiss Geschäftsführerin Romy Frangi.

Wer es dennoch lieber mehrgängig hat, kommt von Donnerstagabend bis Samstagabend jeweils in der Gourmetstube auf seine Kosten: Hier verwöhnt Küchenchef Florian Stähli seine Gäste künftig mit einem 5-Gang-Überraschungsmenü.

Der Wert des Grundprodukts

In der Gourmetstube macht eine neue Dekoration zudem deutlich, was Stähli auch im Bistrobereich grossschreibt: den Einsatz von ausschliesslich qualitativ hochstehenden Lebensmitteln. Fotografien von verschiedenen Lieferanten – dem Biobauern vom Wochenmarkt mit seinen Gurken etwa oder dem Nidwaldner Käser mit seinen Geissen – sollten auf den Wert des Grundprodukts verweisen und aufzeigen, dass nicht der Koch allein für ein gutes Essen verantwortlich sei, erklärt Stähli.

Den Prozess kennen

Für den Küchenchef ist die frische Küche gerade in der Auberge, aber auch in anderer Hinsicht ein Muss: Gerade für jene Angestellten, die im Rahmen des beruflichen Reintegrationsprojekts der Genossenschaft an seiner Seite arbeiteten (siehe Infobox), sei es wichtig, den Prozess der Essenszubereitung wirklich von A bis Z zu durchlaufen, sagt er. «Diese Menschen sind in der Regel viel stärker praktisch orientiert als theoretisch.» Eine wirklich frische Küche sei deshalb wichtig für das Verständnis.

Dass Stähli auch damit offenbar nicht ganz falsch liegt, zeigt ein jüngster Ausbildungserfolg: Sein letzter Attestlehrling hat seine Ausbildung in der Auberge soeben mit der Note 5 abgeschlossen.

Berner Zeitung

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