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Zoff wegen Oldtimertreffen

Die Macher des Oldtimertreffens in Bleienbach geben Gas: Wer seinen Wagen auf dem Flugplatz präsentieren will, zahlt ab nächstem Frühling sieben Franken pro Tag. Das gibt zu reden in der Liebhaberszene.

Oldtimer-Parade auf dem Flugplatz Bleienbach: Bis zu 400 Wagen werden hier regelmässig zur Schau gestellt.
Oldtimer-Parade auf dem Flugplatz Bleienbach: Bis zu 400 Wagen werden hier regelmässig zur Schau gestellt.
Walter Pfäffli

In Reih und Glied stehen sie jeweils auf dem Flugplatz. 250 bis 400 Oldtimer, alle blitzblank poliert. Das Oldtimertreffen Bleienbach ist ein Muss für Liebhaber nostalgischer Fahrzeuge. Sechsmal pro Jahr findet es statt. Bisher durften die Oldtimerfahrer jeweils gratis aufs Gelände fahren – doch damit ist nun Schluss: Wenn Ende April das erste von sechs Treffen im nächsten Jahr über die Bühne geht, müssen die Teilnehmer sieben Franken in ein Kässeli zahlen. Das ist nicht viel – und doch gibt die Parkgebühr zu reden. Er könne nicht verstehen, «weshalb jene bezahlen müssen, die in Bleienbach für die Show sorgen», ärgert sich Oldtimerfan Walter Lisser. «So wird das Treffen zu einer kommerziellen Veranstaltung.»

Flugblätter verteilt

Erfahren hat Walter Lisser von den Plänen am Oldtimertreffen Ende September. Damals drückte der neue Oldtimer Club Antique and Classic Automobile (A.C.A) jedem Fahrer ein Flugblatt in die Hand, in dem zu lesen war: Wer den Jahresbeitrag von 30 Franken bezahlt, hat in Zukunft an allen sechs Treffen pro Jahr «freie Einfahrt aufs Gelände». Alle anderen müssen 7 Franken bezahlen. Weiter erhalten die Mitglieder zweimal jährlich eine Klubzeitung, können an Oldtimerfahrten und an «Schrauber-Treffen» teilnehmen, wo sie unter Anleitung von Fachleuten Unterhaltsarbeiten an ihren Wagen vornehmen können.

Staus bis nach Thörigen?

Klingt gut. Aber: «Wollen Oldtimerbesitzer wirklich in einem solchen Verein mitmachen, wenn die meisten doch schon einem Markenverband angehören?», fragt sich Adrian Küpfer, Apotheker in Herzogenbuchsee und einst Gründer des Oldtimertreffens. Es sei für ihn auch schwer vorstellbar, wie das neue Kassensystem funktionieren soll. «Die meisten Wagen fahren in Bleienbach etwa zur selben Zeit vor. Da sind Staus bis nach Thörigen vorprogrammiert.»

Hinter dem Konzept steckt Urs Vogel, Garagier aus Wangen und Präsident des neuen Oldtimerclubs. Mit den Eintrittsgebühren wolle er sich gewiss nicht bereichern, betont der Unternehmer. «Wir brauchen dieses Geld, um in Bleienbach einen reibungslosen Betrieb garantieren zu können.» Nötig seien etwa zusätzliche Signalisationen, damit die Flugsicherheit gewährleistet bleibe. Auch den Verkehrsdienst will Urs Vogel aufstocken, damit es auf den Zufahrtsstrassen nicht zu Staus kommt und die Felder der Bauern nicht als wilde Parkplätze missbraucht werden. «Diese Verkehrsdienstmitarbeiter opfern ihre Freizeit für unser Treffen. Da ist es nichts als fair, wenn sie pro Stunde auch ein paar Franken Entschädigung erhalten.»

Gegen diese Entschädigung hat Treff-Gründer Adrian Küpfer grundsätzlich nichts einzuwenden. «Ich finde es einfach schade, dass nie eine Diskussion über andere Einnahmequellen stattgefunden hat.» Ähnlich siehts Oldtimerfahrer Walter Lisser: «Es müsste doch möglich sein, mit einem Spendentopf auf freiwilliger Basis Einnahmen zu generieren. Oder mit einem Getränkestand.»

Nur 20 Franken im Topf

Die Idee mit dem Spendentopf habe man auch schon ausprobiert, erklärt Urs Vogel. «Auf diese Weise kamen an einem ganzen Tag aber nur 20 Franken zusammen.» Und ein Getränkestand sei ohnehin nicht möglich. Vogel: «Für das Oldtimertreffen stellt uns die Firma Dätwyler ihr Areal gratis zur Verfügung. Eine der Auflagen lautet, dass wir als Gegenleistung das Flugplatzbeizli berücksichtigen müssen.»

Womit als einzige Geldquelle die neue Kasse für die Oldtimerfahrer bleibt. «Gut möglich, dass der eine oder andere wegen der sieben Franken nicht mehr an die Treffen kommt», sagt Urs Vogel. Grosse Sorgen macht er sich aber nicht: «Bis jetzt sind schon über 100 Mitglieder dem Klub beigetreten. Das ist ein riesiger Erfolg.»

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