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Wütende Fans: «Ryan raus»

Aufwühlende Tage für den SC Langenthal: Nach den jüngsten Niederlagen gegen Thurgau und Olten stellen sich die Fans gegen Trainer Kevin Ryan. Vor dem heutigen Spiel gegen Neuenburg ist die Lage angespannt.

Gequältes Lächeln: Trainer Kevin Ryan habe den Draht zu den Spielern verloren, heisst es. Viele SCL-Fans fordern, dass Ryan entlassen wird.
Gequältes Lächeln: Trainer Kevin Ryan habe den Draht zu den Spielern verloren, heisst es. Viele SCL-Fans fordern, dass Ryan entlassen wird.
Vik Wälty

«Ryan raus» stand auf den Blättern, welche die Fans des SC Langenthal am Samstag in Olten in die Höhe hielten. Erst sieben Spiele alt ist die aktuelle NLB-Meisterschaft, und bereits ist Feuer im Dach der Langenthaler Eishockeywelt. Die Fans sind wütend und unzufrieden mit den Leistungen der Mannschaft, fordern den Rücktritt des Trainers. Doch auch im Umfeld gärt es. Es wird gemunkelt, die Spieler seien verunsichert und hätten Angst um ihren Job.

Klägliche Niederlagen

Dies wirkt sich bei den Ernstkämpfen aus. Gegen den schwachen HC Thurgau setzte es vor einer Woche eine klägliche Niederlage ab, am letzten Samstag ging der SC Langenthal in Olten sang- und klanglos 2:8 unter. Jetzt liegt der SCL auf Rang 9.

Kritik der Fans

Es gärte schon etwas früher. Seit Mitte September richtet sich die kritische Aufmerksamkeit der Fans gegen Trainer Kevin Ryan, der bereits letzte Saison bei vielen in Ungnade gefallen war.

Letzte Woche nun war der verheissungsvolle Saisonauftakt bei vielen Anhängern endgültig weggewischt, stattdessen kochte der Unmut in den Spalten des Fanforums auf der Website «hockeyfans.ch» über. Allein der dramatische Appell «Ryan raus» fand bis zum Wochenende mehr als 100 Einträge und über 5000 Leseklicks.

Klub demonstriert Einheit

Neues Ungemach kam letzten Donnerstag hinzu: In einer aufrüttelnden Kolumne schrieb der langjährige Hockeyjournalist Walter Ryser im «Langenthaler Tagblatt», Trainer Kevin Ryan habe den Draht zu den Spielern verloren, und kritisierte, dass Aufmüpfige bereits in der letzten Saison entweder in die Wüste geschickt wurden, wie etwa Andreas Küng und Steve Larouche, oder abgestraft wurden wie Goalie Marc Eichmann. Auch Ryser forderte Ryans Rücktritt.

Beim Pressekaffee vom Donnerstag waren Coach Ryan und Goalie Eichmann da – und demonstrieren Einheit. Kevin Ryan erklärte, wenig habe gefehlt bei der Niederlage gegen Thurgau, man habe mehr Chancen gehabt. Auch das SCL-Spiel insgesamt sei besser geworden, man bewege sich länger in der Zone des Gegners als früher.

Anliker hält an Ryan fest

Am Freitag schaukelte sich die Lage weiter hoch. Radio 32 erreichte SCL-Verwaltungsratspräsident Stephan Anliker in den Ferien. Und er bekräftigte, an Trainer Kevin Ryan festhalten zu wollen.

Im Derby in Olten jedoch liessen die Fans am Samstag ihrem Unmut freien Lauf: Wie erwähnt zeigten sie Dutzende von gelben Blättern, auf denen die Wörter «Ryan» oder «raus» prangten. Gleichzeitig wurde diese Proklamation auch akustisch unmissverständlich vorgetragen. Dass Langenthal 2:8 verlor, trug nicht zur Besserung der angespannten Situation bei.

Nach den blassen Auftritten wird gemunkelt, die Spieler hätten mit den Niederlagen ein Zeichen setzen wollen. Fakt ist: Das Team verfügt über wesentlich mehr Potenzial, als es zuletzt zeigte.

Boykott angekündigt

Kommt es auch am Dienstagabend zu Demonstrationen der Fans? Langjährige Anhänger des Klubs sagen jedenfalls, sie würden den Spielen vorerst fernbleiben, andere überlegen, zumindest das erste Drittel des Spiels zu boykottieren.

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