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Wappen-Jury in der Kritik

Die FDP Oberaargau sucht mit einem Wettbewerb ein Wappen oder Logo für den neuen Verwaltungskreis Oberaargau. In der Jury sitzen allerdings nur Langenthaler. Doch andere Oberaargauer Gemeinden möchten auch mitreden.

Bald fährt der Pflug durch die politische Landschaft: Mit der Verwaltungsreform verlieren die Ämter Aarwangen und Wangen, die bisher zusammen mit Teilen des Amts Trachselwald den Oberaargau gebildet hatten, ihre Funktion. Stattdessen entsteht ab 2010 der neue Verwaltungs- und Wahlkreis Oberaargau: Ein Gebiet von Eriswil bis Farnern und von Seeberg bis Wynau.

Die Gunst der Stunde nutzte die FDP Oberaargau: Sie lancierte einen Ideenwettbewerb – mit dem Ziel, dem neuen Verwaltungskreis ein Wappen oder ein anderes Erkennungszeichen zu verpassen. Die Partei will dem Oberaargau so zu einer Identität verhelfen (wir berichteten).

Die Kritiker sind sich einig

Der Wettbewerb hat allerdings einen kleinen Schönheitsfehler: Obwohl ein Erkennungsmerkmal für den gesamten Oberaargau gesucht wird, sitzen in der siebenköpfigen Jury nur Langenthaler Exponenten: vor allem Historiker und Künstler.

Und so sagt der Huttwiler Gemeindepräsident Hansjörg Muralt denn auch: «Der Wettbewerb hat in Huttwil nicht überall Freude bereitet.» Seine Buchser Kollegin Charlotte Ruf fordert: «In der Jury muss der Oberaargau angemessen vertreten sein.» Nur so sei die politische Akzeptanz gewährleistet. Bedenken meldet auch Oberbipps Gemeindepräsident Rudolf Bieri an. Er hätte es «gerne gesehen, wenn weitere Regionen in der Jury vertreten wären».

Obwohl sich sowohl Muralt, Ruf, als auch Bieri eine regional breitere Jury wünschen, finden alle drei den Wettbewerb grundsätzlich gut. Bieri zum Beispiel sagt: «Ich bin gespannt, welche Ideen dabei herauskommen.»

Mit ihren Anliegen rennen die drei Gemeindeoberhäupter bei Hans Baumberger, Präsident der FDP Oberaargau, allerdings offene Türen ein. «Ich habe nichts dagegen, die Jury zu erweitern», sagt er. Und falls beim Wettbewerb «etwas Schlaues» herauskomme, müsse man sich so oder so überlegen, wie man weiter vorgehen wolle.

«Ein Denkanstoss»

Darüber hat sich auch Martin Sommer (SP), Regierungsstatthalter des Amts Aarwangen, bereits Gedanken gemacht. Sommer, in der Wettbewerbsjury beratendes Mitglied, wird ab 2010 den Verwaltungskreis Oberaargau führen. Und er sagt: «Die Einwände der umliegenden Gemeinden sind berechtigt.» Aber es handle sich beim Wettbewerb ja auch um eine private Aktion. Diese sei «weder politisch noch regional abgestützt». Und sollte nun ein Wappen gekürt werden, sei dies auch nicht bindend für den Oberaargau.

Weil sich Sommer aber einen «spannenden Denkanstoss» zur Identität des neuen Oberaargaus erhofft, macht er beim Wettbewerb dennoch mit. An der Konferenz der Gemeindepräsidenten im Januar will er das Thema aufs Tapet bringen. Sommer sagt: Wenn die Suche nach einem Wappen oder Logo ein Bedürfnis sei, müsse man eventuell einen ergänzenden Prozess lancieren – und diesen auch breiter abstützen. Ein neues Wappen müsste letztlich wohl der Regierungsrat bewilligen (siehe Kasten).

Clientis Bank ist auch dabei

Immerhin: Ganz auf der Strecke bleiben, abgesehen von Langenthal, doch nicht alle Teile des Oberaargaus. Eine Sponsorin des FDP-Wettbewerbs ist die Clientis Bank – aus Huttwil.

Wettbewerbsformulare gibt es bei der Clientis Bank Huttwil oder über www.fdp-oberaargau.ch.

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