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Vier wunde Punkte im Linienverkehr

Mal steht die Haltestellentafel auf der falschen Seite, mal stinken Abfallcontainer, dann wiederum schützt das Wartehäuschen kaum vor Wind und Wetter: Was einem BZ-Leser am Burgdorfer Stadtbusnetz negativ auffällt.

Die Bustaufe von vorletzter Woche hat ihn zu einem Leserbrief angestachelt.

Denn neue Fahrzeuge für das Stadtnetz in Burgdorf sind zwar schön und gut – doch daneben gibt es auch einiges, was Altstadtbewohner Max Mürner am öffentlichen Verkehr in seiner engeren Umgebung gar nicht gefallen mag.

Und bei genauem Hinsehen wird klar: Mit seinen Beobachtungen hat der Senior nicht Unrecht.

Verwirrend für Fremde

Max Mürner legt den Finger auf vier Hauptpunkte: Haltestelle Oberstadt am Kronenplatz: Bekanntlich kurvt der Bus nur in einer Richtung – und im Uhrzeigersinn – vom Bahnhof über die Unterstadt hinauf auf den Altstadtfelsen und über den Steinhof zurück zum Bahnhof. Von der Hohengasse herkommend, hält er also am rechten Strassenrand kurz nach dem Brunnen – «das hindert die Verantwortlichen nicht», schreibt Max Mürner, «die Haltestellentafel auf der anderen Seite zu setzen».

Immer wieder treffe er auf Leute, die mit den Gepflogenheiten vor Ort nicht vertraut seien und deshalb auf der falschen Seite und mit Blick in die falsche Richtung auf den Bus warteten.

Haltestelle City vor der Stadtfiliale von Coop: Für das Wartehäuschen, das vor einem guten Jahr als neuer Standardtyp für das Stadtgebiet vorgestellt worden ist, hat Max Mürner kaum etwas übrig. Er vermisst vor allem die schützenden Seitenwände: «Die Hersteller haben offenbar bei schlechtem Wetter – Regen, Schneegestöber usw. – nie auf einen Bus gewartet.» Haltestelle Jungfraustrasse beim Altersheim

Buchegg: Die Container gleich am Einsteigeort stechen Max Mürner buchstäblich in die Nase. Das Problem stellt sich gerade im Sommer, wenn es warm ist und der deponierte Kehricht zu stinken beginnt. «Sehr wirkungsvoll», stellt er dazu trocken fest.

Haltestelle Bahnhof: «Der neuste Streich besteht darin, dass der Warteraum im Bahnhofgebäude SBB geschlossen wurde», hält Max Mürner fest. Er denkt dabei an das ehemalige Kundencenter der RM-Bahn, das über einen warmen Warteraum sowohl für die Bus- als auch für die S-Bahn-Passagiere verfügte. Nun hat die RM-Bahn mit der BLS fusioniert, letzten Frühling hat das Kundencenter dem Reiseveranstalter Emmental Tours Platz gemacht, und der wiederum hat den Platz in Beschlag genommen und für seine eigenen Bedürfnisse umgestaltet.

Was zu all dieser Kritik die BLS als Busbetreiberin sagt?

«Ästhetische Gründe»

Andreas Scherrer ist verantwortlich für die Entwicklung des Fahrplanangebots und hat die Entwicklung des Stadtnetzes seit Jahren mitgeprägt. So weiss er auch, warum der Betrieb so und nicht anders läuft.

Haltestelle Oberstadt am Kronenplatz: Dass die Haltestellentafel auf dem allgemeinen Infoturm und damit eigentlich auf der falschen Strassenseite steht, habe «ästhetische Gründe», erklärt Andreas Scherrer. Aus ähnlichen Überlegungen seien ja auch weder eine Wartebank noch ein Unterstand möglich, denn auch sie würden das his torische Stadtbild stören. Ein Schild direkt am Halteort stünde zudem all jenen im Weg, die den Platz zum kurzzeitigen Parkieren oder für kulturelle Veranstaltungen nutzen wollen.

Haltestelle City vor der Stadtfiliale von Coop: Andreas Scherrer weist darauf hin, dass für die Ausstattung der einzelnen Haltestellen die Stadt verantwortlich ist. So sei auch die Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Wartehäuschens sehr eng gewesen. Für den Verzicht auf Seitenwände führt er gute Gründe ins Feld: Zu oft würden die Flächen überklebt, und dann sehe der nahende Chauffeur nicht, ob jemand warte.

Haltestelle Jungfraustrasse beim Altersheim Buchegg: Für dieses Problem stellt Andreas Scherrer eine baldige Lösung in Aussicht: Der Halteort werde gleichzeitig mit dem Bau «eines rechten Unterstands» von den Containern weg verschoben.

Haltestelle Bahnhof: Hier redet Andreas Scherrer von einer Übergangslösung. Mit dem Bau eines neuen Bushofs am Ort des alten RM-Bahnhofs werde es wieder einen gedeckten «und wenn möglich geheizten» Warteraum geben.

Noch nie Reklamationen

Bei alledem ist dem Mann von der BLS noch etwas wichtig: Die vier von Max Mürner genannten Probleme hätten bislang noch nie Anlass zu Reklamationen gegeben.

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