Verkehrsverein kämpft für einen Bus

Röthenbach

Der Verkehrsverein hat in Röthenbach eine Unterschriftensammlung für eine öffentliche Busverbindung nach Oberei/Süderen lanciert. Die fehlende ÖV-Linie sei für den Tourismus wie auch für die Einheimischen ein Handicap.

Sie fordern einen Bus von Röthenbach nach Oberei: Dafür gehen die Mitglieder des Verkehrsvereins auf Unterschriftenjagd.

Sie fordern einen Bus von Röthenbach nach Oberei: Dafür gehen die Mitglieder des Verkehrsvereins auf Unterschriftenjagd.

(Bild: Hans Wüthrich)

«Nach einigen gescheiterten Versuchen, den öffentlichen Busbetrieb zwischen dem Dorf und Oberei zu aktivieren, nehmen wir nun einen neuen Anlauf», sagt Beatrice Gasser. Die Präsidentin des Verkehrsvereins Röthenbach will kämpfen, denn sie sieht in der fehlenden Busverbindung vom Dorf in den rund fünf Kilometer entfernten Ort Oberei/Süderen ein Handicap – für den regionalen Tourismus ebenso wie für die Ortsansässigen. Der Ort Oberei/Süderen gehört zum Grossteil zum Gemeindegebiet von Röthenbach. «Doch Leute von dort haben keine Möglichkeit, mit dem öffentlichen Verkehr ins Dorf zu gelangen», moniert Gasser.

Im Grenzgebiet

Die Krux für die ÖV-Lücke liegt im Detail. Der Ort Oberei liegt genau dort, wo sich das Emmental und das Berner Oberland die Hand reichen. Das heisst, im Emmental fährt die örtliche Busland AG bis Endstation Röthenbach Dorf, während die Fahrzeuge der Busbetriebe Steffisburg-Thun-Interlaken (STI) in Süderen/Oberei wenden. «Die Region Thun ist für die Bevölkerung in verschiedener Hinsicht attraktiv», ist Initiantin Beatrice Gasser überzeugt. Weil eine ÖV-Lücke bestehe, müssten die Pendler aus Röthenbach, die nach Thun unterwegs sind, auf eigene Faust zur Arbeit fahren. Umgekehrt bietet sich ein ähnliches Bild: Wer vom Ort Oberei mit dem öffentlichen Verkehr zum Beispiel zum Musik- oder Sportunterricht nach Langnau will, muss einen Umweg über Thun und Konolfingen einplanen.

250 Unterschriften

In der Hoffnung, diese Lücke zwischen dem Emmental und dem Berner Oberland dereinst zu schliessen, hat der Verkehrsverein Röthenbach in der Gemeinde eine Unterschriftensammlung gestartet. «Rund 250 Unterschriften sind bislang in kurzer Zeit zusammengekommen», sagt Beatrice Gasser. Die Bogen unterschrieben haben nicht nur Bürger aus der Gemeinde. «Auch Leute aus Wachseldorn und der Region Schwarzenegg haben mitgemacht.» Die Unterschriftensammlung im Dorf läuft noch bis am 1.Oktober.

In der Gemeinde Röthenbach ist die Buslücke seit Jahren ein Thema. «Wir hatten schon den Regierungsrat angeschrieben, sind aber leider auf kein Gehör gestossen», bedauert Gemeindepräsident Ruedi Megert. Zwar wurde signalisiert, dass die Lücke geschlossen werden könne, die Kosten hierfür aber die Gemeinde übernehmen müsste. «Dies können wir uns nicht leisten», so Megert.

Mit dem Schulbus mitfahren

Der Gemeinderat hat deshalb kürzlich eine inoffizielle Lösung initiiert. Weil seit diesem Sommer alle Schüler der Gemeinde im Dorfschulhaus unterrichtet werden, ist unter anderem auch auf besagter Strecke zu bestimmten Zeiten ein Schulbus unterwegs. «Auf Anfrage bei den Schulbusbetreibern können Leute, die keine Fahrgelegenheit haben, zusteigen», hält Gemeindepräsident Megert fest.

Die Lücke im öffentlichen Verkehr zwischen dem Oberen Emmental und dem Berner Oberland entstand im Jahre 2005. Damals wurde der Busbetrieb zwischen Röthenbach und Oberei/Süderen mangels Frequenzen eingestellt.

Berner Zeitung

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