Unwetter hielt die Feuerwehren auf Trab

Trubschachen

Fast 700-mal mussten die Emmentaler Feuerwehren im letzten Jahr zu verschiedensten Einsätzen ausrücken. Das Unwetter in Schangnau und der Bauernhausbrand in Dürrenroth waren die schwierigsten Einsätze.

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Allein zur Brandbekämpfung rückten die Feuerwehren im Emmental im letzten Jahr 139-mal aus. Beim Bauernhausbrand in Dürrenroth kurz vor Weihnachten, am 21.Dezember, waren die Wehrdienste allerdings chancenlos gegen die Flammen, wie Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher am jährlichen Kommandantenrapport in Trubschachen mit Bedauern festhielt. Mit 1,5 Millionen Franken war dies der drittgrösste Brandschaden im Kanton. Die Ursache konnte allerdings nicht restlos geklärt werden, vermutet wurde von den Brandermittlern ein elektrischer Defekt.

Die Rettung über das Dach

Neben 95 Öl- und Gasunfällen und 97 Fehlalarmen machten 128 Elementarereignisse einen Grossteil der insgesamt 689 Einsätze aus. Vor allem die Hochwasser vom vergangenen Juli hatten die Einsatzkräfte stark gefordert. Dazu gab der Kommandant der Schangnauer Feuerwehr, Andreas Wüthrich, einen dramatischen Bericht aus erster Hand ab.

Begonnen hatte das verheerende Unwetter vermeintlich harmlos. Eine Autofahrerin war stecken geblieben und hatte Hilfe angefordert. Das schnell steigende Wasser machte jedoch ein Vordringen zu ihr bereits unmöglich. Deshalb musste die Rettungsflugwacht alarmiert werden. Als Wüthrich zurück im Feuerwehrmagazin war, drohten die plötzlich auftretenden Wassermassen Wüthrich einzuschliessen. «Ich hatte Angst, ich würde als erster Kommandant im eigenen Magazin ertrinken», meinte er rückblickend nicht ohne Humor. Mit einer Leiter konnte er sich über das Dach retten. Dann ging es Schlag auf Schlag. Anrufe kamen von überall her. Alarm, erste Massnahmen, Koordination der Kräfte. Mehrere Tage stand er fast pausenlos im Einsatz. Eindrücklich, wie er seine anfängliche Überforderung angesichts der Urgewalten, aber auch gegenüber den Anfeindungen von verzweifelten Anwohnern eingestand. Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher verdankte Wüthrich und allen seinen Kollegen ihre Einsätze.

Viele Junge machen mit

Kreisfeuerwehrinspektor Martin Ryser gab neben Organisatorischem einen Überblick über die mit der Gebäudeversicherung geplanten Entwicklungen. Dank Zusammenschlüssen, besserer Ausbildung und Ausrüstung könne die Zahl der Feuerwehrleute reduziert werden. Besonders erfreut zeigte er sich über den Nachwuchs: Mehr als die Hälfte der Jungfeuerwehrleute treten den Ortsfeuerwehren bei.

Berner Zeitung

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