Umfahrungsprojekt in vorentscheidender Phase

Aarwangen

Mitte Oktober stellt der Kanton das Vorprojekt zur Verkehrssanierung Aarwangen–Langenthal-Nord vor und startet die öffentliche Mitwirkung. Dann wird bekannt, ob der Kanton die Variante Umfahrung oder Null+ favorisiert.

Das Kornhaus und die viel befahrene Hauptstrasse: Hier in Aarwangen wird der Kanton am 13.Oktober über das Vorprojekt zur Verkehrssanierung Aarwangen–Langenthal-Nord informieren.

Das Kornhaus und die viel befahrene Hauptstrasse: Hier in Aarwangen wird der Kanton am 13.Oktober über das Vorprojekt zur Verkehrssanierung Aarwangen–Langenthal-Nord informieren.

(Bild: Daniel Fuchs)

Dominic Ramel

Wie können Aarwangen und der Norden von Langenthal vor dem Verkehrskollaps bewahrt werden? Mit einer Optimierung der bestehenden Ortsdurchfahrt von Aarwangen (Variante Null+)? Oder mit einer neuen Umfahrungsstrasse? Oder mit weiteren baulichen Massnahmen im ganzen Einzugsgebiet? Oder mit Mischformen?

Diese Fragen klärt der Kanton derzeit im Rahmen des Vorprojekts zur Verkehrssanierung Aarwangen–Langenthal-Nord. Und dieses befindet sich nun in der vorentscheidenden Phase. Am 13.Oktober will der Kanton über die Ergebnisse informieren.

Noch vor den Sommerferien hat die zuständige Regierungsrätin Barbara Egger (SP) zusammen mit Kreisoberingenieur Roger Schibler Vertreter der betroffenen Gemeinden und involvierten Organisationen in Aarwangen über den aktuellen Stand der Arbeiten orientiert. Gemäss ihren dortigen Ausführungen liegt der erste Entwurf des Vorprojekts vor.

Es wurden bereits Stellungnahmen von diversen kantonalen Fachstellen eingeholt. Diese würden nun in das Vorprojekt eingearbeitet, sagten Egger und Schibler an der nicht öffentlichen sogenannten Informationssitzung. Dies geht aus der Aktennotiz hervor, welche dieser Zeitung vorliegt.

Die Varianten bewerten

Bis Ende des dritten Quartals sollen die Arbeiten am Vorprojekt so weit sein, dass die öffentliche Mitwirkung stattfinden kann. Bis dahin will der Kanton vor allem auch die beiden Hauptvarianten Null+ und Umfahrung einander gegenüberstellen und bewerten.

Somit wird sich am 13.Oktober zeigen, wie der Kanton die beiden Varianten beurteilt. Welcher gibt er den Vorzug? Oder schlägt er Mischformen vor? Die Antworten auf diese Fragen gibt es kurz vor der öffentlichen Mitwirkung.

Diese findet von Mitte Oktober bis Mitte November statt. Dazu plant der Kanton eine Ausstellung im Kornhaus in Aarwangen. Das Konzept hierfür wird derzeit erarbeitet. Die Ausstellung wird einen allgemeinen Informationsteil enthalten, die beiden Lösungsvarianten zeigen und die Variantenbewertung präsentieren.

Am 15.Oktober wird sich zudem die Wirtschaftslandsgemeinde Oberaargau im Kornhaus mit dem Verkehrssanierungsprojekt beschäftigen.

Umfahrung und Umwelt

Parallel zu den erwähnten Arbeiten wird laut Kanton auch der Umweltverträglichkeitsbericht zur Umfahrungslösung erarbeitet. So könnten die Umweltanliegen «zeitgerecht» ins Vorprojekt eingearbeitet werden. Erste Zwischenergebnisse des laufenden Vorprojekts zeigten, dass die Verträglichkeit einer allfälligen Umfahrungsstrasse mit dem Smaragdgebiet Oberaargau gegeben sei. Der abschliessende Nachweis erfolge über den Umweltverträglichkeitsbericht.

Es seien auch bereits erste Gespräche mit dem kantonalen Amt für Landwirtschaft und Natur (Lanat) geführt worden, «dem hohen Stellenwert des Kulturlandes gerecht zu werden», wie die Verantwortlichen des Kantons weiter ausführten. Mit dem Lanat werde nun in einem nächsten Schritt geprüft, inwiefern ein mögliches Landumlegungsverfahren im Falle der Umfahrungsstrasse zweckmässig sein könnte.

Wie die Verkehrszahlen des Kantons respektive deren prognostizierte Entwicklung zeigen, wird die Bützbergstrasse in Langenthal so oder so künftig noch stärker belastet werden. Lösungsansätze gegen diese Verkehrsüberlastung zeichnen sich laut Kanton aber ab. Diese würden derzeit ausserhalb des Vorprojekts untersucht.

Warum keine Abbrüche?

An der Informationssitzung wurde die Frage aufgeworfen, warum bei der Variante Null+ in Aarwangen nicht einzelne Liegenschaften abgebrochen werden, um den Strassenraum zu vergrössern und so die Leistungsfähigkeit der Langenthal- respektive Aarwangenstrasse zu erhöhen. Die Antwort des Kantons: Um eine Liegenschaft abbrechen zu können, müsse ein sehr grosses Interesse der Öffentlichkeit vorliegen. Denn ein Abbruch sei ein starker und auch emotionaler Eingriff in das Privatrecht.

Im Rahmen der Variante Null+ könnten Lösungen angeboten werden, ohne dass private Liegenschaften weichen müssen. Diese Lösungen fokussierten primär auf die Gewährleistung der Verkehrssicherheit. Stünde jedoch die Leistungsfähigkeit der Strasse im Zentrum, müssten ganze Häuserzeilen abgebrochen werden.

Berner Zeitung

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