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Trotz Kurzarbeit wird gefeiert

Obwohl sie die Wirtschaftskrise gegenwärtig stark spürt, wird in der Geissbühler&Co. AG in Lützelflüh dieser Tage gefeiert. Anlass dafür ist das neue Beschichtungszentrum. Dieses soll der Firma die Zukunft sichern.

Kathrin Bohnenblust ist überzeugt, dass die neue Beschichtungsanlage die Zukunft der Geissbühler&Co. AG sichern wird.
Kathrin Bohnenblust ist überzeugt, dass die neue Beschichtungsanlage die Zukunft der Geissbühler&Co. AG sichern wird.
Thomas Peter

Eigentlich müsste es Kathrin Bohnenblust überhaupt nicht ums Feiern sein. Sie ist Geschäftsführerin der 336-jährigen Lützelflüher Textilveredlungsfirma Geissbühler&Co. AG. Diese musste letztes Jahr wegen der Wirtschaftskrise «von einem Tag auf den andern» massive Umsatzeinbussen in Kauf nehmen.

Ende des Geschäftsjahrs, das im Juni aufhört, lag sie 20 Prozent unter dem Budget. Die Firma Geissbühler mit ihren 21 Mitarbeitenden musste Kurzarbeit einführen. «Besserung ist keine in Sicht», sagte Kathrin Bohnenblust gestern. Dennoch war sie festlich gekleidet. Dennoch war auf dem Firmenareal alles für den grossen Empfang bereit. Gegen hundert Gäste aus dem Kreis der Kunden und der Politik wurden erwartet.

Investition in die Zukunft

Die Geissbühler&Co. AG feiert. Die Firma, die letztes Jahr einen Umsatz von 4 Millionen Franken erzielte, hat ein Investitionspaket von 5,5 Millionen Franken zum Abschluss gebracht. Mit dem Geld wurde eine neue Zufahrtsstrasse gebaut, die Gebäude wurden saniert, eine neue Halle wurde aufgestellt und vor allem eine neue Beschichtungsanlage angeschafft. Obwohl ihr angesichts der Höhe der Investitionen «manchmal das Liegen wehtut», ist Kathrin Bohnenblust überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. «Mit der Investition machen wir uns bereit für die Zeit nach der Krise.»

Mit der neuen Beschichtungsanlage wolle die Geissbühler& Co. AG ihre Marktführerschaft im Bereich der Beschichtung technischer Textilien ausbauen, sagt die Chefin. Konnte die Firma bisher höchstens 1,8 Meter breite Stoffbahnen bearbeiten, kann die neue Anlage nun die speziellen Textilien auf einer Breite von 3,2 Metern mit flammhemmenden Mitteln beschichten. «Das kann ausser uns in der Schweiz niemand», sagt Kathrin Bohnenblust.

Abhängig von Lantal

Grösster Kunde der Geissbühler&Co. AG ist die Firma Lantal Textiles in Langenthal, die ihre Sitzpolsterstoffe für Flugzeuge, Bahnen und Busse in Lützelflüh beschichten lässt. Lantal Textiles mache 70 Prozent des Umsatzes aus, sagt Kathrin Bohnenblust und fügt an: «Wenn sie hustet, werden wir krank.» Deshalb haben sich die Lützelflüher zum Ziel gesetzt, die Abhängigkeit vom einen grossen Kunden auf 50 Prozent zu senken. Ein speziell dafür angestellter Beschichtungsspezialist soll versuchen, im EU-Raum Kunden zu gewinnen. Bisher liefert die Lützelflüher Firma erst nach Deutschland und Österreich – etwa an den österreichischen Kunden, der im Emmental Turbanstoffe so beschichten lässt, dass sie der afrikanischen Hitze auch in Verbindung mit Schweiss standhalten und nicht in sich zusammenfallen.

Die Geissbühler&Co. AG wolle ihren Umsatz dank der neuen Anlage in den nächsten fünf Jahren verdoppeln, sagt Kathrin Bohnenblust. «Ich bin zuversichtlich, dass wir das erreichen werden.»

Besuch aus Herisau

Deshalb wird heute weitergefeiert. Zum Mitarbeiterevent werden in Lützelflüh rund 140 Mitarbeitende der AG Cilander aus Herisau erwartet. Von ihr wurde die Firma Geissbühler Anfang 2007 als Tochterfirma übernommen. Am Samstag findet von 9 bis 15 Uhr ein Tag der offenen Tür statt.

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