Zum Hauptinhalt springen

«Tech»-Roboter testet neue Skier

Drei Jahre tüftelten ein halbes Dutzend Studenten und Professoren der Fachhochschule in Burgdorf an ihm herum. Dann liessen sie ihren Roboter Ski fahren. Solange es nicht zu ruppig abwärts ging, hielt er sich recht gut.

Die Tüftler und ihr «Kind»: Philip Marmet (links), wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachhoch- schule Bern in Burgdorf, und Fritz Bircher, Professor für Elektrotechnik, demonstrieren den Ski-Roboter.
Die Tüftler und ihr «Kind»: Philip Marmet (links), wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachhoch- schule Bern in Burgdorf, und Fritz Bircher, Professor für Elektrotechnik, demonstrieren den Ski-Roboter.
Andreas Marbot

Das Timing stimmt: Nächste Woche will das offizielle Burgdorf dem Kanton Bern zeigen, was die Emmestadt als Standort für einen Fachhochschul-Campus auszeichnet (siehe Kasten). Kurz zuvor zeigten gestern Fritz Bircher, Professor für Elektrotechnik, und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Philip Marmet, wozu die Absolventen des Burgdorfer «Techs» fähig sind. Die beiden führten an einer Medienkonferenz einen Roboter vor, den ein halbes Dutzend Studenten und ihre Betreuer in den letzten drei Jahren entworfen und gebaut haben.

«Wie Carvingskier»

Sinn und Zweck der Maschine war es, die neuartigen Snowrail-Skier des Sportprodukte-Designers Ulo Gertsch aus Steffisburg auf Herz und Nieren beziehungsweise Stabilität und Fahrverhalten zu testen. Der Oberländer hat bewegliche Verbindungen entwickelt, welche ein Paar Skier vor und hinter der Bindung zusammenhalten.

Diese Snowrails lassen sich laut Gertsch «sehr ähnlich fahren wie normale Carvingskier». Sturzursachen wie Ausscheren der Spitzen, Kreuzen der Skis oder Kantenfehler werden gemäss dem Hersteller jedoch «eliminiert». Mit den Snowrails, die am Montag für 2400 Franken pro Einheit in einer Startauflage von 100 Stück auf den Markt kommen, fahre man «wie auf Schienen», fasste Gertsch das Prinzip zusammen.

Die Arbeit geht weiter

Der in Burgdorf konstruierte Roboter hat seine Feuerprobe auf Schnee laut Fritz Bircher nicht schlecht bestanden. Kurze Fahrten in nicht zu steilem und buckligen Gelände habe die Maschine am Schilthorn fast unfallfrei bewältigt. Sehr aussagekräftig seien die Resultate allerdings noch nicht, sagte Bircher. Deshalb werde der Roboter weiterentwickelt.

Edith Müller von der Schweizerischen Unfallversicherung Suva zeigte sich vom Snowrail-Konzept überzeugt. Deshalb finanziere die Versicherung die 30'000 bis 50'000 Franken teure Entwicklung der Maschine, sagte sie. Das Engagement erfolge in der Hoffnung darauf, das Unfallrisiko minimieren zu können. Für die Folgen der 20'000 Skifahrer- und 8000 Snowboarderstürze pro Saison komme die Suva jährlich mit 300 Millionen Franken auf.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch