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Team Ordnung: «Es ist ein wenig eine Rückkehr zu den Wurzeln»

Das Team Ordnung und Sicherheit gehört zur Burgdorfer Einwohner- und Sicherheitsdirektion. Diese hat mit Urs Lüthi jetzt einen neuen Chef.

Hans Herrmann

Urs Lüthi, was hat Sie dazu bewogen, Ihren Job als Gemeindeschreiber von Rüdtligen-Alchenflüh gegen das Amt des Leiters Einwohner- und Sicherheitsdirektion in Burgdorf einzutauschen? Urs Lüthi: Nach 16 Jahren intensiver Gemeindeschreibertätigkeit mit Grossbaustelle Bahn 2000, Shoppingmeile und weiteren schönen Projekten und Arbeiten war die Zeit für mich auch vom Alter her reif, eine neue Herausforderung anzunehmen. Ich bin in Burgdorf aufgewachsen und absolvierte die kaufmännische Lehre auf der Stadtverwaltung; so gesehen war es ein wenig eine Rückkehr zu den Wurzeln.

Burgdorf hat seit einem Jahr kein eigenes Polizeikorps mehr. Wurmt Sie das nicht ein wenig? Die Stadtpolizei war natürlich eine in der Bevölkerung stark verankerte Institution mit respektierten und langjährigen Mitarbeitenden. Aus meiner persönlichen Sicht ist mit dem Wegfall der Stadtpolizei beziehungsweise der entsprechenden Kompetenzen schon etwas Gewichtiges in der Stadt verloren gegangen. Die neue, verstärkte Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei in Burgdorf kann jedoch als ausgezeichnet bewertet werden.

Ihre Verwaltungsabteilung trägt im Namen das Wort «Sicherheit». In welchem Rahmen können Sie mit Ihren Leuten ohne die klassische «Polizeigewalt» denn überhaupt noch «Sicherheit» gewährleisten? Gewisse polizeiliche Kompetenzen sind weggefallen, bezüglich Sicherheit sind die Gemeinden aber immer noch für verschiedene Bereiche zuständig: ruhender Verkehr, gerichtspolizeiliche Aufgaben und anderes mehr. Wir haben in Burgdorf das Glück, dass wir nach der Schaffung der kantonalen Einheitspolizei im städtischen Ordnungs- und Sicherheitsdienst immer noch auf langjährige Mitarbeitende mit Polizeierfahrung zählen können. Dank der Zusammenarbeit zwischen Kantonspolizei, Sicherheitsfirmen und der Stadt steht Burgdorf aus meiner Sicht in Bezug auf die Sicherheit auf solidem Boden. Trotzdem wird unser Ziel für die Zukunft sein, gewisse Kompetenzen im Polizeibereich, dort wo es Sinn macht, wieder zur Stadt zurückzuholen.

Man sagt, die Burgdorfer Oberstadt sei nicht nur am Aussterben, sondern auch am «Verslumen». Teilen Sie diese Wahrnehmung? Die schöne, historisch wertvolle Altstadt mit Schloss und Kirche ist zweifelsfrei das Herzstück von Burgdorf. Die Entwicklung der Oberstadt habe ich über lange Zeit beobachtet, und sie macht auch mir gewisse Sorgen. Unser Augenmerk liegt, in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern, in der Gewährleistung der Sicherheit. Von «Verslumung» zu sprechen, erachte ich aber als übertrieben. Ich konnte gerade in der Altstadt von Burgdorf in den vergangenen Wochen auch ein paar sehr gefreute Ecken entdecken.

Was lässt sich gegen die negative Entwicklung unternehmen? Es ist für mich nach einem Monat im Amt zu früh, irgendwelche Analysen abzugeben. Es sind aber verschiedene Projekte am Laufen. Burgdorf ist interessiert an einem vielfältigen Leben in der Altstadt. Dazu gehören auch Gastronomiebetriebe und Bars. Diese Lokale stehen von Gesetzes wegen auch bezüglich Lärm oder Sauberkeit vor dem Lokal in der Pflicht. Hierzu spüren wir vom Regierungsstatthalteramt Emmental grosse Unterstützung und Initiative für Verbesserungsmassnahmen. Ziel muss sein und bleiben, dass die Altstadt von Burgdorf ein Ort ist, wo sich die Bevölkerung und Gäste gerne aufhalten.

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