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Tanzend zurück ins 19. Jahrhundert

Am viertägigen Festival «vertanzt» drehten sich am Samstag zig Paare zu volkstümlichen Weisen. Sabine Wavre zeigte auf, wie es im 19. Jahrhundert in den Tanzsälen der Emmentaler Beizen zu- und hergegangen sein muss.

Konzentration und ausgelassene Stimmung zugleich: Das Festival «vertanzt» forderte den in unterschiedlichem Schuhwerk sich drehenden Paaren einiges ab.
Konzentration und ausgelassene Stimmung zugleich: Das Festival «vertanzt» forderte den in unterschiedlichem Schuhwerk sich drehenden Paaren einiges ab.
Olaf Nörrenberg

Was hätte wohl Frédéric Chopin gesagt, wenn er erfahren hätte, dass seine Mazurken im fernen Emmental Mistträppeler genannt werden? Es ist wohl dem fahrenden Volk zu verdanken, dass der slawische Tanz Anfang des 19.Jahrhunderts im Emmental zum Modetanz avancierte, so wie auch Polka, Schottisch und Walzer. Nach Viehmärkten, an der Chilbi oder der Hochzeit vergnügten sich die jungen Leute in den grossen Sälen der Landbeizen – spätere Heirat nicht ausgeschlossen. Denn die festlichen Anlässe brachten den heiratsfähigen Nachwuchs auf dem Tanzboden zusammen. Dass es bei diesen Werbetänzen durchaus auf Tuchfühlung geht, wurde am «vertanzt»-Festival in der temporären Zeltstadt von Röthenbach schnell klar. Am Kurs «Traditionelles aus dem Emmental» forderte Tanzspezialistin Sabine Wavre rund hundert Teilnehmer auf: «Bitte Paare bilden!» Ihre Anweisungen gab sie übers Headset: «Die freie Hand auf der Hüfte eingestützt», erklärte sie und führte dies gleich mit Tanzpartner Thomas Kohler leichtfüssig vor.

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