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Stapi-Kandidaten sehen sich als Teamplayer

Drei Wochen vor den Burgdorfer Wahlen trafen sich die Stapi-Kandidaten Francesco Rappa und Elisabeth Zäch gestern zum Rededuell. Beide mochten einander nicht weh tun. Und beide sehen sich als führungsstarke Teamplayer.

Wie Elisabeth Zäch und Francesco Rappa über Burgdorfer Themen denken, ist dank Porträts, Plakaten und Prospekten bekannt. Auch die privaten Ecken der 54-jährigen SP-Kandidatin und des 42-jährigen BDP-Kandidaten für das Amt des Stadtpräsidenten sind ausgeleuchtet. Was kann da noch gross interessieren?

Fröhlich und freundlich

Zum Beispiel, wo die Kontrahenten die Stärken ihres politischen Gegners sehen: «Er ist freundlich, gerne unter Leuten und will beweisen, dass er ‹es› kann», sagte Zäch über Rappa. «Sie ist fröhlich, freundlich und vor allem im kulturellen Bereich engagiert», gab Rappa die Blumen zurück. Über Schwächen mochten sich die Duellanten gegenseitig nicht auslassen.

Krallen ausgefahren

Trotzdem wurde der Ton im Verlauf der von Stephan Künzi und Hans Hermann von der BZ-Redaktion Burgdorf/Emmental moderierten Debatte zwischendurch rauer. Als Rappa im Zusammenhang mit dem Stadtmarketing von einer «absoluten Fehlbesetzung» sprach, fuhr Zäch ihre Krallen aus. «Ich weigere mich, auf einem Podium schlecht über Mitarbeitende der Verwaltung zu reden», fuhr sie Rappa an. Dieser versicherte, dass er die Kritik nur in Bezug auf die Strukturen gemeint habe. Wenn jemand die Stadt nach innen und gegen aussen verkaufen wolle, müsse er oder sie das mit einem 120-Prozent-Einsatz tun und nicht, wie heute, mit 70 Stellenprozenten. Klar ist beiden: Auch der Stapi muss für Burgdorf werben.

Der als Exekutivmitglied unerfahrene Francesco Rappa sagte, er würde die Stadtverwaltung mit ihren 220 Angestellten wie einen Betrieb führen: «Der Stadtrat ist der Verwaltungsrat, der Gemeinderat die Geschäftsleitung und der Stadtpräsident der CEO», sagte der Leiter einer Versicherungs-Generalagentur und ranghohe Militär. Als Einzelkämpfer sehe er sich nicht: «Auch in der Politik erreicht man Ziele nur als Team.»

Elisabeth Zäch verwies darauf, dass sie als Inhaberin eines Buchladens und als Gemeinderätin über die nötige Führungskompetenz verfüge. Immerhin habe sie aus einer Verwaltungsstelle mit drei Sekretärinnen eine Bildungsdirektion mit 20 Mitarbeitenden aufgebaut und Herausforderungen wie die Lösung der Schulraumfrage gemeistert – ebenfalls als Teamleistung, wie sie betonte.

Wohin mit den Millionen?

Uneinig waren sich Zäch und Rappa in finanzieller Hinsicht. Sie möchte mit den 39 Millionen, die aus dem Teilverkauf der Localnet in die Stadtkasse fliessen, dafür sorgen, dass die Eishalle gebaut und die Markthalle sowie das Casino saniert werden können. Er will das Geld nicht verteilen, bevor es auf dem Konto liegt. Wenn der Handel zu Stande komme, müsse der Gewinn zum Schuldenabbau verwendet werden, sagte Rappa. Die Stadt müsse aber planen, als ob es die Millionen gar nicht gebe.Campus auf dem Aebi-Areal Beiden ist es ein grosses Anliegen, die Oberstadt zu beleben. Beide sagen Ja zur Umfahrung Burgdorf. Und beide wollen alles daran setzen, um das Tech in der Emmestadt behalten zu können. Rappa überraschte mit der Nachricht, dass auf dem Areal der Firma Aebi ein Campus für Studierende gebaut werden könnte, falls die Fachhochschulen dereinst in Burgdorf zusammengeschlossen würden.

Nach anderthalb Stunden endete die Debatte, wie sie begonnen hatte: sehr herzlich. Elisabeth Zäch und Francesco Rappa verabschiedeten sich mit Küsschen.

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