Stadt will Bahnhofquartier aufwerten

Burgdorf

Der Gemeinderat will das Burgdorfer Bahnhofquartier als Detailhandelszentrum stärken: Bis 2016 soll für das Areal Hunyadigasse eine rechtskräftige Überbauungsordnung vorliegen. Eine zentrale Rolle spielt der Grossverteiler Coop.

Der Parkplatz hinter dem Coop müsste weichen: Teil der Überbauung Hunyadigasse wäre mit Sicherheit auch eine Tiefgarage.

Der Parkplatz hinter dem Coop müsste weichen: Teil der Überbauung Hunyadigasse wäre mit Sicherheit auch eine Tiefgarage.

(Bild: Thomas Peter)

Der Legislaturplan 2013 bis 2016 des Burgdorfer Gemeinderates ist ehrgeizig. Stärken will die Exekutive das Bahnhofquartier als Detailhandelszentrum. Dass es hier vorwärtsgehen soll, macht für Peter Hänsenberger, Leiter der Baudirektion, Sinn: «Dies ist eine der wichtigsten, noch zu bebauenden Parzellen im Bahnhofquartier.» Einen ersten Anlauf dazu gab es bereits vor etwa 15 Jahren. Damals wurde für die Überbauung des Hunyadigasse-Areals ein Architekturwettbewerb durchgeführt. Vier Grundeigentümer zeigten kein Interesse an einer Überbauung. Das Areal wird geprägt vom Coop-Supermarkt und vom angrenzenden öffentlichen Parkplatz.

Erst Ergebnisse in Kürze

Ziel der grössten Landbesitzerin, der Detailhändlerin Coop, war es, auf diesem Areal ein grosses Zentrum zu bauen. Doch just dann, als der Investitionsentscheid für das Projekt gefällt werden sollte, kaufte Coop die Warenhauskette Waro. In der Folge wurde die Waro in der Schützenmatte zum Coop-Zentrum um- und ausgebaut. Das Projekt an der Hunyadigasse wurde auf Eis gelegt.

Das Areal, das auch in den Entwicklungsschwerpunkt Bahnhof miteinbezogen worden war, soll nach dem Willen des Gemeinderates rasch überbaut werden. Bis 2016 soll eine rechtskräftige Überbauungsordnung vorliegen. Neben der Stadt wird dieses Ziel auch von Coop sowie dem Architekten Jörg Moser verfolgt. Derzeit prüfe Moser (er ist Verwaltungsratspräsident der Moser+ Partner AG, Architekturbüro und Generalunternehmung, Ittigen) mit seinem Büro mögliche Überbauungsvarianten. Peter Hänsenberger geht davon aus, dass die Entwicklungsabteilung des Architekturbüros in den nächsten Wochen erste Ergebnisse präsentieren werde.

Massgeschneidertes Projekt

«Wir hoffen auf einen rechten Anteil von Verkaufsflächen, zumal der Standort dafür sehr geeignet ist und eine Nachfrage dafür besteht», skizziert Peter Hänsenberger eine mögliche Nutzung, welche aber auch Dienstleistungen und Wohnungen beinhaltet. Das Areal liegt in einer Zone mit Planungspflicht. «Dies ermöglicht ein massgeschneidertes Projekt für dieses Areal», betont der Chef der Baudirektion. Wie weit Coop die Verkaufsfläche des Neubaus dominieren wird, ist noch nicht definiert. Der öffentliche Parkplatz hinter dem Coop müsste dem Projekt aber sicher weichen.

Das Areal an der Hunyadigasse liegt in der Mischzone 4: Gebaut werden darf also viergeschossig, allenfalls fünfgeschossig mit Attika. «Was städtebaulich verträglich ist, muss aufgrund des konkreten Projektes entschieden werden», betont Hänsenberger und signalisiert damit einen gewissen Handlungsspielraum.

Casino, Markthalle, Schloss

Bereits in der Umsetzungsphase ist das Legislaturziel zum Thema Markthalle und Casino. Nach dem Ja des Burgdorfer Stimmvolks zur Sanierung der Markthalle und der beschlossenen Aktienkapitalerhöhung der Casino Burgdorf AG hat der Gemeinderat das Ziel bis 2016 fixiert: «Die sanierten Casino und Markthalle sind am Markt erfolgreich tätig.»

Noch ungewiss ist die Zukunft des Schlosses Burgdorf. Dieses soll künftig als Jugendherberge genutzt werden, doch ist die Finanzierung des Millionenprojekts noch nicht gesichert.

Berner Zeitung

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