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Sieg über Neid und Hass

Die Emmentaler Liebhaberbühne spielt das Stück «Es bsungers Meitschi». Am Samstag war Premiere im Rüttihubelbad.

Leibhaftig auf der Liebhaberbühne: Der Neid, der Knecht, Bauer Wurzel und der Hass (von links) im Stück «Es bsungers Meitschi» im Rüttihubelbad.
Leibhaftig auf der Liebhaberbühne: Der Neid, der Knecht, Bauer Wurzel und der Hass (von links) im Stück «Es bsungers Meitschi» im Rüttihubelbad.
zvg

Sie sind unter uns: der Neid, der Hass, die Zufriedenheit, das Alter und die Jugend. Die Emmentaler Liebhaberbühne bringt sie leibhaftig auf die Bühne, wo sie die Fäden unter den Menschen ziehen. Das «bsungere Meitschi» ist tatsächlich besonders. Lotti (Johanna Zaugg) kommt von der Feenwelt auf die Erde und verkörpert das Unschuldige, Gute, Starke, das natürlich siegt, wir sind ja in einem Märchen.

Das Stück des Wieners Ferdinand Raimund von 1826 zeigt zutiefst Menschliches: Kriegen Neid und Hass die Oberhand, verdirbt Geld die Menschenseele. Allerdings nicht jede. Zwar erkrankt der arme Bauer Wurzel (Hans Rudolf Kummer) wegen seines unverhofften Reichtums an Leib und Seele. Das «bsungere Meitschi» ist immun dagegen und rettet auch seinen Liebsten, einen armen Fischer, vor der Habgier. Aber Lotti ist ja nicht von dieser Welt. Das Feenkind sorgt dafür, dass Neid und Hass eine Niederlage erleiden.

Nicht nur das «Meitschi» ist etwas Besonderes, sondern auch die Aufführung. Durch die Geschichte führen der erzählende Lautdenker (Jean-Pierre Marchand) und zahlreiche Lieder, begleitet vom Akkordeonisten Christian Hadorn. Die Schauspieler schlagen sich wacker als Sänger. Der vielstrophige Gesang dehnt die Aufführung streckenweise gar in die Länge. Die teils sehr bekannten Lieder wie etwa «Brüderchen fein» nahm das eher ältere Premierenpublikum aber begeistert auf. Es applaudierte tosend, die Zufriedenheit überwog.

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