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Sechs junge Sprayer verurteilt

Monatelang haben sechs junge Männer aus der Region immer wieder Mauern und Schilder versprayt. Jetzt wurden sie verurteilt.

Sechs junge Sprayer wurden gestern vom Gericht in Aarwangen zu Geldbussen verurteilt. Von 900 bis 7000 Franken erstreckten sich die bedingten Geldstrafen. Daneben wurde den jungen Männern – alle um die 20 Jahre alt – Bussen von 300 bis 500 Franken auferlegt. Hinzu kommen Verfahrenskosten im Umfang von 400 bis 600 Franken.

Deutlich happiger aber sind die Schäden, die die Sprayer nun zum Teil begleichen müssen. Bei zwei Sprayern beträgt der Schadenersatz je rund 22500 Franken, die vier anderen müssen je rund 1300 Franken bezahlen. Alles in allem summiert sich der geforderte Schadenersatz auf 50000 Franken.

«Gewisse Jugendlichkeit»

Von Januar bis Mitte September 2008 hatten die sechs Schweizer – ohne Migrationshintergrund – in unterschiedlicher Zusammensetzung in Aarwangen, Langenthal und Roggwil gesprayt. Auf Mauern, Gebäuden, Elektrokästen, Strassenschilder und Lastwagenanhänger.

Zu den Geschädigten gehörten unter anderem die SBB, die Wasserversorgung an der unteren Langete (WUL) und auch Private. Mit der Zeit wurde die Schadenssumme immer grösser. Zuletzt klagten an die 30 Betroffene. Gerichtspräsident Roland Richner sagte gestern bei der Verhandlung: «Durch die ‹Tags›, also die Unterzeichnungen, waren die Werke der Sprayer rasch zuzuordnen, sobald die Angeschuldigten überführt waren.»

Trotz der happigen Geldbeträge, die die Sprayer zu bezahlen haben, sagte Richter Richner: «Die Fehlleistung wurde anerkannt, eine gewisse Jugendlichkeit ist zu bemerken, ohne grosse kriminelle Energie.» Bereits bei der ersten Einvernahme hätten sich alle sechs sehr einsichtig gezeigt. Da sie für den Schaden aufkommen müssten und nicht vorbestraft seien, blieben die Bussen auch glimpflich.

Richter: «Gute Prognose»

Richner sprach von einer guten Prognose, die meisten Sprayer absolvieren eine Lehre, haben einen Beruf oder sind im Militär. Das Urteil garantiere nachhaltig ein gutes Verhalten, sagte der Richter.

Langsam die Schnauze voll hätten hingegen die Politiker: «Der Vandalismus im öffentlichen Raum ist systematisch und geht zu Lasten der öffentlichen Hand.»

Waffen auf dem Spielplatz

Einer der sechs Sprayer hatte zudem mit einer Waffenimitation auf einem Spielplatz hantiert. Auch dieses Vergehen spielte für das Urteil des Richters eine Rolle.

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