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Rappa fühlt sich von Ritter verraten

Im Burgdorfer Stadtrat bricht der bürgerliche Block auseinander: Francesco Rappa von der BDP wirft Michael Ritter von der FDP Wortbruch vor. Die Freisinnigen seien seiner Partei «in den Rücken gefallen», sagt Rappa.

Karikatur: Max Spring

Am Anfang stand ein Versprechen – am Ende blieb eine grosse Enttäuschung: «Vor den Wahlen des Büros des Burgdorfer Stadtrates hat mir FDP-Fraktionschef Michael Ritter zugesichert, dass er und seine Partei unseren Kandidaten Rolf Ingold unterstützen würden», sagt BDP-Stadtrat und -Vorstandsmitglied Francesco Rappa.

Falls Ingold Mitte Dezember als zweiter Vizepräsident gewählt worden wäre, hätte die 2008 gegründete Burgdorfer Sektion der Bürgerlich-Demokratischen Partei noch in dieser Legislatur erstmals den Chefsessel im Parlament besetzen können.

Doch daraus wurde nichts.

Keine Einwände

Vor den Wahlen war sich das bürgerliche Lager laut Rappa einig: Die SVP und die Freisinnigen/ Jungfreisinnigen mit ihren je sechs Sitzen im Stadtrat sowie die EDU und die CVP mit je einem Platz hatten keine Einwände, als die BDP ihren Anspruch auf das zweite Vizepräsidium anmeldete. Immerhin stellt die BDP mit sieben Sitzen die stärkste bürgerliche Fraktion im Burgdorfer Parlament.

Die BDP hatte schon 2009 die FDP unterstützt, als es darum ging, das zweite Vizepräsidium zu besetzen. «Logischerweise halfen wir ihr dann auch bei der Wahl des ersten Vizepräsidenten und stimmten für Hansjörg Keller», sagt Rappa. «Die Freisinnigen beknieten uns, diesen Handel einzugehen.»

Aber als es dann umgekehrt für die BDP und ihren Kandidaten Rolf Ingold Ernst galt, habe die FDP gekniffen. In der Abstimmung – sie wurde auf Antrag der SP, die für den Posten ihren Fraktionschef Stefan Berger portiert hatte, geheim durchgeführt – votierten die Freisinnigen gemäss Rappa ganz anders als vereinbart: Berger holte – mit Sukkurs der FDP – 22 Stimmen, Ingold deren 11. In zwei Jahren wird die Burgdorfer Legislative also erneut von einem SP-Mitglied geleitet; schon 2008 stand dem Stadtrat mit Wilhelm Rauch ein Sozialdemokrat vor.

«Das ist mir ein Rätsel»

«Wie Michael Ritter darauf kam, die Seite zu wechseln, ist mir ein Rätsel», sagt Rappa Wochen später noch hörbar konsterniert. Wenn der FDP-Mann auf Kosten der BDP ein «Päktli» schliessen wolle, sei ihm das unbenommen. «Aber dann wäre es nichts als anständig gewesen, wenn er uns rechtzeitig gesagt hätte, dass er sich nicht an sein Versprechen halten kann oder will.» Stattdessen habe ihm Ritter Minuten vor der Sitzung bestätigt, dass für die BDP alles laufen werde wie besprochen.

«Grobes Foul»

Die Burgdorfer Freisinnigen hätten sich schon bei früheren Abstimmungen – als die BDP-Politiker noch zur SVP gehörten – «vermehrt nicht an Zusicherungen gehalten», sagt Rappa, ohne ins Detail gehen zu wollen. Nach diesem letzten «groben Foul» sei das Fass für die BDP nun übergelaufen. «Das Vertrauen in Ritter und seine Leute ist dahin.»

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