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Pfarrer Stephan Bieri geht mit zwei lachenden Augen

Seine Predigten sind weit über die Region hinaus bekannt. Nun hört Pfarrer Stephan Bieri auf. Nach 23 Jahren im Gotthelf-Dorf hat er seine Kündigung eingereicht.

Kehrt der Kirche von Lützelflüh den Rücken. Pfarrer Stephan Bieri kündigte seine Anstellung auf Ende Jahr.
Kehrt der Kirche von Lützelflüh den Rücken. Pfarrer Stephan Bieri kündigte seine Anstellung auf Ende Jahr.
Thomas Peter

Am Silvesterabend hält Pfarrer Stephan Bieri in Lützelflüh seine 1474.Predigt. Es ist zugleich das letzte Mal, dass er in der Gotthelf-Kirche auf der Kanzel steht, denn er hat seine Arbeitsstelle auf Ende Jahr gekündigt. «Für mich war es an der Zeit», sagt der 62-Jährige und fügt hinzu: «Was ich jetzt habe, weiss ich. Was ich morgen haben werde, weiss ich noch nicht.» Mehr wolle er zu seinem Rücktritt und zu seinen Zukunftsplänen nicht sagen. Lieber spricht er über die Kirche und die Bibel. «Die absolute Wahrheit ist für uns Menschen nicht zugänglich», sagt Bieri, der immer versucht, in seinen Predigten den Spagat zwischen der jahrtausendealten Bibel und den heutigen Gläubigen zu machen. Der Pfarrer ist für seine Kanzelreden weit über die Region hinaus bekannt. Vor vier Jahren machte der «Beobachter» landesweit Stichproben in Kirchen. «Würde man eine Rangliste erstellen, wäre die Sonntagspredigt von Pfarrer Stephan Bieri obenaus geschwungen», schrieb die Schweizer Konsumenten- und Beratungszeitschrift damals. Bieri sei ein Rhetoriker, wähle die Worte bewusst aus, pausiere zwischendurch, damit die Zuhörer sich ihre Gedanken machen könnten, lautete die Begründung.

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