Neuer Aufruf zur Anti-Minarett-Demo

Langenthal

Pnos und Autopartei stecken hinter einem neuen Aufruf zu einer Demo gegen das Langenthaler Minarett.

Muslime rauchen nach dem Freitagsgebet vor dem Islamischen Zentrum in Langenthal eine Zigarette.

Muslime rauchen nach dem Freitagsgebet vor dem Islamischen Zentrum in Langenthal eine Zigarette.

(Bild: Keystone)

Zu einer «bewilligten Platzkundgebung am Samstag, 9.Oktober, um 14.30 Uhr» ruft eine Facebook-Gruppe «Nein zum Minarett Langenthal» auf. Dahinter stecken Willi Frommenwiler (Präsident der Autopartei Kanton Bern) sowie der Langenthaler Dominic Lüthard (Pnos). Ihren Aufruf haben sie im Namen eines überparteilichen Komitees lanciert. Angefragt hätten sie auch die Schweizer Demokraten, aber noch keine Antwort erhalten, so Lüthard.

Das Schweizer Stimmvolk habe sich für ein Verbot von Minaretten ausgesprochen. Trotzdem habe der Kanton der islamischen Glaubensgemeinschaft Langenthal kürzlich die Baubewilligung für ein Minarett erteilt. Und die bezeichne dies sogar als Sieg der Demokratie. Das wolle man nicht hinnehmen, schreiben die Organisatoren.

«Aus der braunen Ecke»

Das offizielle Langenthaler «Aktionskomitee Stopp Minarett» distanziert sich von diesem Aufruf. Sein Sprecher Daniel Zingg sagt: «Wir kennen die Organisatoren nicht, ihr Name ist irreführend.» Zingg spricht von Trittbrettfahrern, «die möglicherweise aus der braunen Ecke stammen». Sein Komitee werde das Minarett auf rechtlichem Weg bekämpfen und wolle in den nächsten Wochen eine öffentliche Diskussion organisieren.

Bewilligung wird erteilt

Stadtpräsident Thomas Rufener bestätigte Kontakte zu den Organisatoren und nannte als Ansprechpartner Dominic Lüthard (Pnos): «Die Bewilligung ist in Aussicht gestellt, aber noch nicht erteilt.» Es spreche jedoch nichts dagegen. Allerdings müssten sich die Organisatoren mit den üblichen Bedingungen einverstanden erklären und seien für das Sicherheitskonzept mitverantwortlich. Die Stadt habe zusammen mit der Kantonspolizei eine Lagebeurteilung vorgenommen. Rufener geht davon aus, dass die Kundgebung in einem geordneten Rahmen verläuft, «so wie andere auch schon». Mitorganisator Dominic Lüthard rechnet mit «hundert oder ein paar hundert» Demonstrierenden.

Berner Zeitung

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