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Naturschützer gegen Radiosender

Dank einer neuen Antenne soll das Programm von «neo1» in Burgdorf besser empfangbar sein – wenn da Pro Natura nicht wäre.

Der Mast soll 40 Meter hoch werden. Und dafür sorgen, dass in der Region Burgdorf, im Amt Fraubrunnen sowie in Richtung Bern und Langenthal das Programm von «neo1» besser gehört werden kann: Für 150000 bis 170000 Franken will die Radio Emme AG aus Langnau auf dem Binzberg eine neue Sendeanlage bauen, im besten Fall bereits in der ersten Hälfte 2009.

Geschützte Landschaft

Nicht zur Freude aller, wie gestern klar wurde. Noch vor Ablauf der Frist hat Pro Natura eine Einsprache gegen das Projekt verfasst. Ein Dorn im Auge ist den Naturschützern die Höhe der geplanten Antenne. Weil diese den Wald «um ein Mehrfaches» überrage, und weil «die ausserordentlich exponierte Lage an der Geländekante gut 100 Höhenmeter höher als Burgdorf aus fast jeder erdenklichen Lage in der Stadt und der näheren Umgebung deutlich sichtbar» sei – kurz: Die Anlage würde das Bild des Binzbergs und der davor aufragenden Gysnauflühe beeinträchtigen. Damit nähme das dortige kantonale Naturschutzgebiet ebenfalls Schaden.

Pro Natura weist weiter darauf hin, dass sich der Binzberg – wie mehr oder weniger ganz Burgdorf ausserhalb der Siedlungs- und Waldzonen – in einem Landschaftsschutzgebiet befinde, Neubauten also eigentlich nur in engem Zusammenhang mit den hier ansässigen Bauernbetrieben möglich seien. Dass die Radio Emme AG dem entgegenhalte, nur mit dieser Anlage das in der neuen Konzession festgehaltene grössere Sendegebiet versorgen zu können, dürfe diese Bestimmung nicht ausser Kraft setzen.

Drei weitere Antennen

Dass die Radio Emme AG für ihr Vorhaben eine Ausnahmebewilligung braucht, weiss Geschäftsleitungsmitglied Daniel Ruch sehr wohl. Er glaubt indes nicht, dass die Sendeanlage das Landschaftsbild derart stark stört. Der Binzberg sei im Gegenteil von allen technisch überhaupt sinnvollen Standorten jener, auf dem die Antenne am wenigsten auffalle. Zwar werde sie tatsächlich über die Wipfel der Bäume hinaus ragen. Doch wer am Fuss der Flühe in die Höhe blicke, werde die vielleicht 15 Meter, um die es gehe, gar nicht als solche empfinden.

Mit einer zweiten Antenne hat es Ruch einfacher. Sie ist auf einem Hochspannungsmast bei Linden geplant, soll das Kiesental besser versorgen und hat bislang keinen Widerstand hervorgerufen. Ruch hofft daher, das 120000 Franken teure Vorhaben noch diesen Herbst realisieren zu können. Weitere Sendeanlagen sind am Grauholz sowie in der Region Langenthal geplant.

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