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Motorex-Werbung schreibt Geschichte

Mit einer einmaligen ganzseitigen Werbung im «Blick» schreibt das Langenthaler Familienunternehmen Bucher-Motorex Geschichte. Die Reaktionen seien gewaltig, sagt Marketingleiter Manuel Gerber.

Gab zu reden: Die Werbung von Motorex (rechte Seite).
Gab zu reden: Die Werbung von Motorex (rechte Seite).
Robert Grogg

Es war das Gesprächsthema – von den Stammtischen bis ins Bundeshaus. Vor allem aber auf den sozialen Medien in allen deutschsprachigen Ländern. Zur Erinnerung: Es ist der Tag der Wahl von Sepp Blatter. Der Fifa-Skandal steht noch am Anfang. Der «Blick» titelt «Hass pur!» und «Blatters schwerster Gang» Dann seitengross ein Ölfass der Langenthaler Firma Bucher-Motorex. Darüber drei Zeilen Text: «Schmiert legal seit 1917.»

Gewaltiges Echo

Abgesehen von vielen Fifa-Delegierten mussten schlichtweg alle schmunzeln. Sogar aus dem Wallis kamen positive Reaktionen. Über Facebook und Twitter wurde diese Werbung tausendfach weiterverbreitet. «Das Echo war gewaltig», bestätigt Manuel Gerber. Er ist Marketingleiter bei Bucher-Motorex und kann jetzt schon sagen: «Diese einmalige Sache wird in die Firmengeschichte eingehen.»

Geboren wurde die Idee in Zürich bei der Werbeagentur Matter Gretener Lesch. Marcus Gretener bestätigt: «Das ging durch die deutschsprachige Schweiz und in den folgenden Tagen vor allem durch Deutschland und Österreich wie ein Feuer.»

Eine Stunde Zeit

Geboren wurde die Idee in einem Viererteam. «Uns war klar, dass dies nur einmal funktionieren konnte und möglichst rasch rausmusste», sagt Gretener. Der Fifa-Skandal stand noch ganz am Anfang. Die Seite musste gleich für die Ausgabe des nächsten Tages gebucht werden. Manuel Gerber hatte gerade mal eine Stunde Zeit zu entscheiden. «Es war diese situative Spontanreaktion, die den Erfolg ausmachte», sagt Gretener, «bei Motorex hat man kurze Entscheidungswege, anderswo hätte wahrscheinlich die Rechtsabteilung zuerst mehrere Tage lang Abklärungen treffen wollen.» Die Agentur wirbt seit acht Jahren für Motorex. Man kennt sich. Das doppeldeutige Wortspiel mit dem Schmieren passe in der Tonalität zum Produkt, sagt der Werber. Die Aussage sei jedenfalls mit einem gewissen Augenzwinkern verbunden. Für Manuel Gerber hat die witzige Botschaft aber durchaus auch einen ernsthaften Hintergrund. Die Langenthaler Firma Bucher-Motorex sei ein grundseriöses Familienunternehmen, das aus der Schweiz heraus unter schwierigen Bedingungen auf dem Weltmarkt präsent sei. Da seien negative Schlagzeilen mit Schweiz-Bezug wie die der Fifa ein Problem.

Wie der Zürcher Postraub

Ein ähnlicher Werbecoup sei in den Neunzigerjahren letztmals gelungen, sagt Gretener. Nach dem spektakulären Raubüberfall auf die Fraumünster-Post in Zürich habe der Autohersteller Mazda verkündet, mit seinem geräumigen Van hätten die Diebe nicht einen Teil der Beute zurücklassen müssen. Auch damals hätten ausländische Medien diese Idee sofort aufgegriffen.

«Wir werden in Zukunft von unseren Kunden wohl noch oft zu hören bekommen, macht etwas wie bei Motorex», vermutet Gretener, «aber das kann man nicht planen, es gehört auch etwas Glück dazu.»

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