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Mehr Drogen am Kronenplatz?

Bewohner der Burgdorfer Oberstadt beschweren sich über immer mehr Dealer und Junkies rund um den Kronenplatz. Die Leiterin der Sicherheitsdirektion widerspricht: Die Drogenszene habe sich «nicht markant» vergrössert.

Peter Hunziker kennt die menschlichen Abgründe: Mit Liedern über Leute, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, verdient er als Bänkelsänger seinen Lebensunterhalt.

Als Privatperson stört sich der in der Burgdorfer Oberstadt wohnende Künstler aber immer öfter an juristisch auffälligen Zeitgenossen. Er wisse, dass rund um den Kronenplatz Drogen verkauft würden, kommentierte Hunziker auf www.bernerzeitung.ch.

Auf dem Onlineportal dieser Zeitung hatte er gelesen, dass «Pöstli»-Pächter Hans Järmann «nur noch das Kiffen» dulde und entschlossen gegen Händler und Konsumenten von anderen Betäubungsmitteln vorgehe. Seither würden die Deals «im Tunnel zur Kronenhalde, hinter dem ‹Falken› oder auf der Kronenhalde» abgewickelt, schreibt der Sänger.

«Wie Banker am Schalter»

Der ebenfalls in der Oberstadt lebende Francesco Rappa bestätigt Hunzikers Beobachtungen: «Rund um den Kronenplatz stehen Dealer von allen möglichen Drogen herum und warten wie Banker am Schalter auf Kundschaft», sagt der BDP-Politiker.

«Missbrauch der Polizei»

Davon, dass im «Pöstli» für Drogenhändler und -verbraucher ein schärferer Wind wehe als auch schon, kann laut Rappa keine Rede sein. «Es wird deshalb höchste Zeit, dass der Burgdorfer Regierungsstatthalter Franz Haussener Massnahmen ergreift und das Lokal schliesst, falls die Gäste dort weiterhin Betäubungsmittel verkaufen und konsumieren», fordert er. Es bringe nichts, «wenn die Polizei alle halbe Jahre einmal für eine Razzia missbraucht wird».

Weitere Oberstadtbewohner haben ähnliche Beobachtungen gemacht wie Peter Hunziker und Francesco Rappa, mögen aus Angst vor Repressalien aber nicht zitiert werden.

«Die Drogenszene in der Oberstadt hat sich nicht markant vergrössert», sagt demgegenüber Jocelyne Aeschlimann, die Leiterin der Burgdorfer Sicherheitsdirektion. Rückfragen der Stadt hätten ergeben, dass sich das Sicherheitsgefühl der Leute am Fuss des Schlosses «verbessert» habe, nachdem, nebst der Polizei, auch ein Sicherheitsdienst durch die Gassen patrouilliere. Dass die Strassenbeleuchtung verstärkt worden sei, werde ebenfalls geschätzt.

Sie schliesse jedoch nicht aus, «dass die Kronenplatz-Anwohner eine andere Wahrnehmung haben», sagt Aeschlimann. Schliesslich sei es der Polizei nicht möglich, «rund um die Uhr auf Dealer und Konsumenten zu achten». Die Ordnungshüter würden nun aber «ein erhöhtes Augenmerk auf die Szene in der Oberstadt richten».

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