Zum Hauptinhalt springen

Kulturmacher in der Mühle

Sie holen grosse Namen der Schweizer Kulturszene ins kleine Attiswil: Hansjörg Fischer und Sandra Rupp Fischer, Betreiber der Alten Mühle.

Bald geht der Vorhang wieder auf: Sandra Rupp Fischer und Hansjörg Fischer in ihrem kleinen Theater in Attiswil.
Bald geht der Vorhang wieder auf: Sandra Rupp Fischer und Hansjörg Fischer in ihrem kleinen Theater in Attiswil.
Thomas Peter

Noch ist die Alte Mühle im Winterschlaf. Das markante Haus an der Bergstrasse in Attiswil erscheint kahl, die Bäume und Pflanzen im Garten ducken sich vor dem kalten Wind. Einzig ein übergrosser Hampelmann an der Fassade deutet darauf hin, dass in diesem Haus mehr gemacht wird als nur gewohnt.

In wenigen Jahren hat sich die Alte Mühle einen Namen gemacht für hochkarätige Kulturevents. Emil gastierte schon hier, Bänz Friedli, Pedro Lenz oder Tinu Heiniger. Und auch das neue Jahresprogramm 2013 verspricht mehrere Highlights.

Theaterbühne statt Spielplatz

Dafür verantwortlich sind Hansjörg Fischer (43) und seine Ehepartnerin Sandra Rupp Fischer (42). Sie wohnen seit bald 20 Jahren zusammen in der Alten Mühle. Beide sind kulturinteressiert; Sandra Rupp als Musiklehrerin, Chorleiterin und Kulturvermittlerin von Berufes wegen. Letztes Jahr erhielt sie dafür sogar den Solothurner Förderpreis für Kulturvermittlung.

Doch vorerst hatten die beiden keine Pläne, aus der Alten Mühle – sie gehört immer noch Hansjörg Fischers Vater, der sie vor über 40 Jahren gekauft und stetig renoviert hat – ein Kulturlokal zu machen. «Ursprünglich wollten wir in der Scheune einen Spielplatz für unsere Kinder gestalten», berichtet Sandra Rupp. Im Jahr 2009 stellten Rupp/Fischer dann ihren Raum für ein Konzert zur Verfügung – und die beiden kamen auf den Geschmack, selber ab und zu etwas zu organisieren. Schon ein Jahr später stellten sie das erste Programm zusammen. Und seither hat sich die Alte Mühle Attiswil in der Szene bereits etabliert. «Mir hats gefallen bei euch», sagte Emil Steinberger nach seinem Auftritt vor 2 Jahren. «Das war ein richtiges Erlebnis mit so vielseitigen Leuten, die das ‹Theater› leiten.»

Wie aber schaffen es die beiden Organisatoren, so namhafte Leute wie Emil, Bänz Friedli oder Joachim Rittmeyer nach Attiswil zu locken? «Vor allem mit viel Reden», sagt Sandra Rupp. «Und mit Mund-zu-Mund-Propaganda», ergänzt ihr Partner Hansjörg Fischer. An der hohen Gage könne es jedenfalls nicht liegen, meint Sandra Rupp schmunzelnd.

Kinder und Freunde helfen mit

Dennoch arbeiten die beiden Kulturorganisatoren mittlerweile mit einem Budget im fünfstelligen Bereich. Und werfen jedes Jahr noch «ein paar Tausend Franken» aus der eigenen Tasche drauf, wie sie sagen. Dazu helfen eine befreundete Familie und natürlich ihre drei Kinder an den Anlässen immer tatkräftig mit.

Dass die Kids nicht zu kurz kommen, dafür ist gesorgt: In der kulturfreien Zeit wird das Theater kurzerhand zur Turnhalle umfunktioniert.

Saisonbeginn: 5.Mai (Radio-Talksendung «Persönlich» von SRF). Weiteres Highlight: 28.Juni (Joachim Rittmeyer). Gesamtes Programm: www.mühlikultur.ch.>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch