Zum Hauptinhalt springen

Künstler Menel Rachdi: «Mein Lebenswerk ist zerstört»

Über zweitausend Werke von Künstler Menel Rachdi (47) sind in Flammen aufgegangen. Das Feuer ereignete sich in der Nacht auf Montag in Huttwil. Ein älteres Mehrfamilienhaus brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Stefan Schneider
In der Nacht auf Montag zerstörte ein Grossbrand das Bächlerhaus in Huttwil.
In der Nacht auf Montag zerstörte ein Grossbrand das Bächlerhaus in Huttwil.
Der Feuerwehr war mit rund 60 bis 70 Personen im Einsatz.
Der Feuerwehr war mit rund 60 bis 70 Personen im Einsatz.
Der Brand brach um 3 Uhr in der Nacht aus.
Der Brand brach um 3 Uhr in der Nacht aus.
Eine Nachbarin wurde Zeugin des Unglücks.
Eine Nachbarin wurde Zeugin des Unglücks.
Bei einem Feuer brannte ein unbewohntes Mehrfamilienhaus an der Luzernstrasse in Huttwil neben der Coop-Tankstelle vollständig aus.
Bei einem Feuer brannte ein unbewohntes Mehrfamilienhaus an der Luzernstrasse in Huttwil neben der Coop-Tankstelle vollständig aus.
Der Huttwiler Künstler Menel Rachdi verlor sein ganzes künstlerisches Lebenswerk in den Flammen.
Der Huttwiler Künstler Menel Rachdi verlor sein ganzes künstlerisches Lebenswerk in den Flammen.
«Meine künstlerischen Spuren der letzten 30 Jahre sind gelöscht, meine Wurzeln abgeschnitten», sagte Rachdi am Montagnachmittag.
«Meine künstlerischen Spuren der letzten 30 Jahre sind gelöscht, meine Wurzeln abgeschnitten», sagte Rachdi am Montagnachmittag.
Der Huttwiler Künstler Menel Rachdi verlor sein ganzes künstlerisches Lebenswerk in den Flammen.
Der Huttwiler Künstler Menel Rachdi verlor sein ganzes künstlerisches Lebenswerk in den Flammen.
Der Maler hatte die Archivräume im 1. Stock des Mehrfamilienhauses erst vor wenigen Tagen eingerichtet.
Der Maler hatte die Archivräume im 1. Stock des Mehrfamilienhauses erst vor wenigen Tagen eingerichtet.
Der Huttwiler Künstler Menel Rachdi (rechts, neben ihm Tochter Ahisha) verlor sein ganzes künstlerisches Lebenswerk in den Flammen.
Der Huttwiler Künstler Menel Rachdi (rechts, neben ihm Tochter Ahisha) verlor sein ganzes künstlerisches Lebenswerk in den Flammen.
Das Feuer zerstörte das Archiv des Künstlers.
Das Feuer zerstörte das Archiv des Künstlers.
1 / 13

Menel Rachdi (47) ringt nach Worten, mit denen er den Schrecken beschreiben könnte. Wie in einem bösen Traum muss er sich fühlen. Ein Traum, aus dem es kein Erwachen gibt. «Meine künstlerische Spur der letzten dreissig Jahre ist gelöscht, mein Lebenswerk zerstört», sagt er dann mit Tränen in den Augen.

In der Nacht auf Montag sind über zweitausend Werke des bekannten Künstlers in Flammen aufgegangen. Bemalte Leinwände, Aquarelle, Touchezeichnungen, aber auch Kunstbücher und Ausstellungskataloge. Geblieben ist nichts ausser Schutt und Asche.

Im Radio gehört

Vom Grossbrand hat Menel Rachdi am frühen Montagmorgen im Radio erfahren, als er mit einer seiner vier Töchtern frühstücken wollte. Kurz darauf klingelte bereits das Telefon, der Feuerwehrkommandant überbrachte die schlimme Nachricht. Seither befindet sich die Familie im Ausnahmezustand.

Verbrannt ist der Kunstschatz an der Luzernstrasse 20 in Huttwil. Um 3 Uhr nachts traf bei der Feuerwehr der Alarm ein. Retten konnten die siebzig Wehrmänner die umliegenden Gebäude – nicht aber das «Bächler-Haus», in dem Rachdis Werke lagerten. Wegen Renovationsarbeiten war die Liegenschaft unbewohnt. Verletzt wurde beim Brand niemand, die Ursache ist «Gegenstand der eingeleiteten Ermittlungen», schreibt die Polizei.

Bilder in den Fluten

Für Rachdi und seine Frau Regula ist es der zweite Schicksalsschlag innert zweieinhalb Jahren. Beim Jahrhundertunwetter im Juni 2007 hatte die Langete ihr Atelier und das Bilderlager im Turbinenhaus, Huttwil, überflutet, wo die Familie fünfzehn Jahre lang wohnte. Die Hälfte seiner Werke ging damals in den Fluten unter, «die andere hat es jetzt erwischt».

Viel Zeit und Energie hat die Familie aufgewendet, um den geretteten Kunstschatz zu trocknen und die feuchten Leinwände neu aufzuziehen. Vor zehn Tagen erst wurde die Sammlung im «Bächler-Haus» untergebracht, das jetzt zerstört ist.

Zahlt die Versicherung?

Wie hoch der finanzielle Schaden für Menel Rachdi ist, kann er selbst nur schwer abschätzen. Eine neue Versicherung hat er nach der Überschwemmung vor zweieinhalb Jahren zwar abgeschlossen, mehr als «symbolisch» dürfte die Entschädigung indes nicht ausfallen, befürchtet er. «Welchen Wert haben dreissig Jahre künstlerische Arbeit? Die verbrannten Werke kann mir niemand mehr zurückgeben», beklagt er.

Kapitulieren aber will der bärtige Huttwiler nicht. Er sei zwar am Boden zerstört, sagt Menel Rachdi. «Aber mein inneres Feuer ist in der Brandnacht nicht erloschen. In mir schlummern noch viele Bilder.»

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch