Klinik plant eine Hausarztpraxis

Langenthal

Die auf Psychosomatik und Psychiatrie spezialisierte Klinik SGM will in Langenthal für etwa 9 Millionen Franken ausbauen. Ziele sind zeitgemässe Behandlungsplätze sowie die Eröffnung einer neuen Hausarztpraxis für Langenthal.

Diskutieren über die Ausbaupläne der Langenthaler Klinik SGM: Architekt Hanspeter Imfeld, Stiftungsrat Christian Waber und Geschäftsführer Richard Hebeisen (von links).

Diskutieren über die Ausbaupläne der Langenthaler Klinik SGM: Architekt Hanspeter Imfeld, Stiftungsrat Christian Waber und Geschäftsführer Richard Hebeisen (von links).

(Bild: Marcel Bieri)

Tobias Granwehr

Vor 26 Jahren wurde die Klinik SGM in der Weissensteinstrasse in Langenthal gebaut. Vor bald 6 Jahren wurde diese dann um ein neues Gebäude für eine Tagesklinik erweitert. Nun orientierten die Stiftung für ganzheitliche Medizin (SGM), die Trägerschaft der Klinik, sowie Geschäftsführer Richard Hebeisen über die neusten Ausbaupläne. Nach 26 Jahren sei eine Sanierung des bestehenden Hauses notwendig, erklärte Hebeisen am Dienstagabend einer Handvoll Besucher an einer Informationsveranstaltung. Zudem hätten sich die Bedürfnisse der Patienten in den vergangenen Jahren gewaltig verändert.

Die Klinik SGM ist eine christliche Fachklinik für Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie. 1998 wurde die Klinik in die Spitalliste des Kantons Bern aufgenommen und erhielt somit einen Leistungsauftrag. Im vergangenen Jahr wurde die Spitalliste vom Kanton überarbeitet. Die Klinik SGM musste gewisse Änderungen im Leistungsauftrag hinnehmen. Hauptauftrag der Klinik ist seither die psychiatrienahe Psychosomatik. «Jetzt, da wir wissen, welche Aufträge wir zu erfüllen haben, können wir auch entsprechend umbauen», sagte Hebeisen. In Kürze werden das Baugesuch und die überarbeitete Überbauungsordnung (ÜO) öffentlich publiziert. Die ÜO muss geändert werden, weil auf der Parzelle der Klinik an das bestehende Gebäude angebaut wird.

Das Therapiebad erneuern

Laut Hebeisen wird die bestehende Cafeteria zu einem Restaurant umgebaut. Es solle den Patienten und ihren Besuchern, den Mitarbeitenden und nicht zuletzt den Bewohnern des Quartiers zur Verfügung stehen, sagte er. Das Therapiebad, das letzte verbliebene Bad in Langenthal, wird saniert. Dank einer Leistungsvereinbarung mit der Stadt kann es von zahlreichen Gruppen genutzt werden. Das Bad wird zwar nicht grösser, aber es soll heller werden, und der Garderobentrakt wird erneuert.

Weiter werden laut Klinikleitung die Bedingungen für die Physio- und Ergotherapie ebenso verbessert wie im Ambulatorium. Die Politik wünsche eine Verlagerung vom stationären in den ambulanten Bereich, weshalb es mehr Gesprächsräume brauche, so Hebeisen.

Hausarzt schon gefunden

Was die Bevölkerung der Stadt wohl am meisten interessiert, ist der geplante Anbau einer Grundversorgungspraxis. «Damit wird eine wichtige Dienstleistung für die Bevölkerung nördlich der Bahnlinie geschaffen», sagte der Geschäftsführer. Dieser Teil Langenthals sei diesbezüglich nicht gerade verwöhnt. Im Übrigen bestehen in der Klinik SGM bereits ein Labor und eine Röntgenabteilung, die für die Hausarztpraxis genutzt werden können.

Von den wenigen Anwesenden wurde vor allem die geplante Hausarztpraxis positiv erwähnt. Laut Hebeisen hat die Klinik bereits einen Arzt gefunden, der die Praxis führen möchte. Noch unklar sei zurzeit, ob er dies auf eigene Rechnung tun werde und sich bei der Klinik einmiete oder ob die Klinik den Arzt anstelle.

Der Zeitplan der Klinik ist ambitiös. Christian Waber, Alt-EDU-Nationalrat und Stiftungsrat der Klinik SGM, rechnet allerdings nicht mit Opposition. Denn die ÜO wurde bereits von der Stadt und dem Kanton vorgeprüft und lag zur öffentlichen Mitwirkung auf. Dabei habe es keine Eingaben gegeben. Die ÜO muss noch von Gemeinde- und Stadtrat genehmigt werden. Läuft alles nach Plan, will die Klinik laut Waber im August mit den Arbeiten beginnen. Das Kostendach für das Bauvorhaben beträgt 9 Millionen Franken.

Berner Zeitung

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