Klinik muss sich neu orientieren

Langenthal

Die Privatklinik SGM steht vor grossen Herausforderungen: Die neue kantonale Spitalliste sieht eine Spezialisierung der Langenthaler Klinik in der Psychosomatik vor.

Richard Hebeisen, Geschäftsführer der Privatklinik SGM, sucht für seine Institution Lösungen. Zurzeit weiss er nicht im Detail,wie der künftige Leistungsauftrag des Kantons für die Langenthaler Klinik lautet.

Richard Hebeisen, Geschäftsführer der Privatklinik SGM, sucht für seine Institution Lösungen. Zurzeit weiss er nicht im Detail,wie der künftige Leistungsauftrag des Kantons für die Langenthaler Klinik lautet.

(Bild: Thomas Peter)

Tobias Granwehr

Die neue Spitalliste der kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) gibt viel zu diskutieren. Vor allem Privatspitäler müssen teilweise ihre medizinischen Angebote anpassen. Dazu gehört auch die Langenthaler Privatklinik SGM (Stiftung für ganzheitliche Medizin). Die Institution an der Weissensteinstrasse ist eine christliche Fachklinik mit Leistungsaufträgen in der Allgemeinen Psychiatrie und der psychosomatischen Rehabilitation. Die neue Spitalliste, die Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud (SP) am vergangenen Freitag vorstellte, sieht die Klinik SGM künftig als Spezialversorgerin in der Psychosomatik innerhalb der Erwachsenenpsychiatrie. Die Psychiatrischen Dienste der Spital Region Oberaargau sollen dagegen weiterhin den Bereich allgemeine und spezialisierte Psychiatrie abdecken.

Schwierige Definition

Worin besteht der Unterschied zwischen der Allgemeinen Psychiatrie und der Psychosomatik? Bei beiden Fachgebieten werden Krankheit und Heilung als ganzheitliches Geschehen mit biologischen, psychologischen und sozialen Anteilen verstanden. Allerdings liegt das Gewicht bei der Psychosomatik noch stärker auf der Behandlung körperlicher Störungen. Richard Hebeisen, Geschäftsführer der Klinik SGM, erklärt: «Oft haben psychische Krankheiten auch einen Zusammenhang mit körperlichen Beschwerden.» Bereits jetzt ist die Psychosomatik ein wichtiges Angebot in der Klinik SGM. Deshalb taucht die Frage auf: Welche Auswirkungen hat eine Spezialisierung für die Privatklinik?

Bisher war die Spitalliste laut Hebeisen «viel undifferenzierter». Das Problem sei, dass die Psychosomatik nahe bei der Psychiatrie sei. Im Kanton Bern sei noch gar nicht genau definiert, wie die Psychosomatik aussehen solle, sagt er. «Der Kanton forderte uns auf, bei der Erarbeitung eines Konzepts mitzuhelfen.» Erst wenn dieses vorliege, könne er abschätzen, was der Entscheid für die Klinik SGM bedeute. Deshalb bestehe eine gewisse Unsicherheit, wie es weitergehe. Er habe beim Kanton nachgefragt, wie es für diese Übergangsfrist aussehe. «Wahrscheinlich herrscht deshalb Status quo, bis unser künftiger Auftrag klarer definiert ist.»

«Das ist eine Chance»

Gemäss Hebeisen haben bereits «gute Gespräche» mit der GEF stattgefunden. Es gelte nun, zusammen mit dem Kanton Lösungen zu suchen. Er ist überzeugt: «Unsere Klinik hat ihre Existenzberechtigung.» Zumal die SGM Patienten aus der ganzen Deutschschweiz behandle. «Krisen sind auch eine Chance», formuliert er die momentane Situation. Er sei deshalb relativ optimistisch für die Zukunft. «Finanzielle Einschränkungen oder einen Personalabbau befürchte ich für die SGM nicht.» In allen Spitälern habe in den vergangenen Jahren eine Professionalisierung stattgefunden. Gerade die neue Spitalfinanzierung sei eine positive Herausforderung für die Branche. «Wir werden einen Weg finden, der für alle gangbar ist: den Kanton, die SGM und die Patienten.» Tobias Granwehr>

Berner Zeitung

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