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Junge Burgdorferin will an die Spitze der SVP

Die Chefin einer Kindertagesstätte als Vize der SVP Schweiz? Das sei kein Widerspruch, so Kandidatin Nadja Pieren aus Burgdorf.

Wer ist Nadja Pieren? Noch vor zwei Jahren reagierten viele nur mit einem ratlosen Schulterzucken, zu unbekannt war die junge Frau ausserhalb der engen Politzirkel. Trotzdem schickt sich die 30-Jährige an, von der Basis in Burgdorf aus nach einem der höchsten Ämter in ihrer SVP zu greifen. Sie will – als bisher einzige Kandidatin – Vizepräsidentin der SVP Schweiz werden und als solche die St.Galler Nationalrätin Jasmin Hutter ablösen, die aus der Politik abtreten und sich ganz ihrem neugeborenen Sohn widmen will.

In ihrer neuen Funktion würde Nadja Pieren neben vier Vizepräsidenten arbeiten – falls sie am 1.Mai die Wahl schafft.

In den Stadtrat gewählt

Von null auf hundert: Ja, sagt Nadja Pieren, ihren politischen Werdegang könne man sicher auf die Art umreissen. Dass ihr ausgerechnet die BDP den steilen Weg nach oben geebnet hat, will sie so aber nicht sehen. Dabei hat die bürgerliche Schwesterpartei, die sich Mitte 2008 abgespalten hat und daher bei der SVP nach wie vor in Misskredit steht, für sie eine wichtige Rolle gespielt. Immerhin wollte Francesco Rappa als damaliger Präsident in Burgdorf mit einer Mehrheit der Stadt- und Gemeinderäte in die neue Partei wechseln, der SVP drohte – kurz vor den städtischen Wahlen – eine handfeste Krise.

«Francesco Rappa hat mich gefragt, ob ich sein Amt übernehmen wolle», blickt Nadja Pieren zurück. Sie sei damals zwar bereits im Vorstand aktiv gewesen, aber mitten im Wahlkampf die ganze Verantwortung übernehmen? Am Ende sagte sie allen Zweifeln zum Trotz zu und wurde prompt gleich in den Stadtrat gewählt – aber eben, Nadja Pieren betont es nochmals: Der BDP verdanke sie rein gar nichts. «Ich wäre meinen Weg so oder so gegangen.»

Kritisch beäugt

Auch in einem zweiten Themenkreis umschifft die SVPlerin allfällige Angriffsflächen elegant. Als ausgebildete Kleinkinderzieherin, die seit fünf Jahren mit einer Kollegin in Bern eine private Kindertagesstätten führt, verdient sie ihr Geld just in einem Business, das von der SVP kritisch beäugt wird – falsch, kontert sie, dass ihre Partei etwas gegen die externe Kinderbetreuung habe, sei ein Klischee, das nicht stimme.

Vielmehr herrsche die Meinung vor, dass jede Familie das für sie richtige Modell selber finden müsse. Für die einen stimme es, wenn beide arbeiteten, für die andern, wenn ein Elternteil in klassischer Art voll für die Kinder da sei – «die Hauptarbeit in der Erziehung liegt so oder so bei den Eltern». Diese Arbeit könne ihnen keine Tagesstätte abnehmen, das werde ihr im Beruf immer wieder klar.

Für Jasmin Hutter, ergänzt sie noch mit Blick auf den frei werdenden Posten, stimme offenbar das traditionelle Modell. So, wie umgekehrt für sie persönlich Kinder derzeit kein Thema sein könnten, «weil mich Beruf und Politik zu sehr ausfüllen».

Keine Schubladen

Nominiert worden ist Nadja Pieren von der Jungen SVP, und weitere Anwärter, sagt sie, könnten durchaus noch dazukommen. Ob sie sich in der SVP eher dem gemässigten Berner oder dem forschen Zürcher Flügel zugehörig fühle? «Ich kann mit dieser Schubladisierungen nichts anfangen.» Im Parteialltag nehme sie einen solchen Graben gar nicht wahr, sagt sie zum Schluss – um sich gleich zu zwei Themen inhaltlich festzulegen: «Ich war für das Minarettverbot.» Und: «Ich war gegen die schweizerische Schulharmonisierung HarmoS.»

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