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Jürg Stalder will Ruhe in den Rat bringen

Überraschende Wende: Nicht der im Vorfeld von der SVP portierte Hans Lüthi wurde als neuer Gemeindepräsident gewählt, sondern der vom lokalen Gewerbeverein getragene parteilose Jürg Stalder.

Gleich zweimal gab es bei der Neuwahl des Gemeindepräsidenten von Affoltern erstaunte Gesichter. Zuerst wollten die Behörden die Traktandenliste ändern und den Chef der Exekutive vor der neuen Person wählen lassen, die anschliessend den Sitz des abtretenden Präsidenten Christian Kobel als gewöhnliches Mitglied erben sollte. Im Anzeiger hatten sie die Reihenfolge noch genau umgekehrt publiziert – und dabei blieb es auch, wie die Gemeindeversammlung auf einen Antrag aus ihrer Mitte mit 82 gegen 34 Stimmen entschied.

Dann ging es um die Person

des neuen Präsidenten selber. Im Vorfeld hatte die SVP verlauten lassen, sie schlage ihr Mitglied Hans Lüthi nicht nur als neues Gemeinderatsmitglied, sondern gleich auch als neuen Präsidenten vor. Doch als es nun um die Wurst ging, fiel plötzlich der Name von Jürg Stalder, dem bisherigen Vize. Lüthi war zwar zuvor von den 149 Anwesenden (16,6 Prozent der Stimmberechtigten) mit 111 Stimmen klar in die Exekutive gewählt worden. Doch nun nahm er sich gleich selber aus dem Rennen, als ihn nicht mehr seine Partei, dafür aber jemand aus der Versammlung auch noch vorschlug. Er stehe nicht zur Verfügung, liess er verlauten, und so blieb es bei der vom Gewerbeverein lancierten Kandidatur des parteilosen Stalder. Dieser wurde in der Folge mit 110 Stimmen ähnlich deutlich in sein neues Amt gehievt.

In einem Jahr

Kein Wunder, dass Stalder nach geschlagener Schlacht vor allem eins hervorstrich: Als neuer Gemeindepräsident, betonte er, liege ihm viel daran, wieder Ruhe in die Exekutive zu bringen. Immerhin werde es in den nächsten Monaten auch darum gehen, die Gesamterneuerungswahlen von Ende 2012 voranzutreiben. Jeder und jede im Rat müsse sich dabei frei von all den «alten Geschichten» Gedanken darüber machen können, ob und wenn ja in welcher Art es für sie oder ihn im Gemeinderat weitergehen solle.

Dass er selber diese Abwägung fürs Erste schon hinter sich hat, liess Stalder bereits durchblicken. Er könne sich vorstellen, in einem Jahr als Präsident weiterzumachen, «sofern mich die Gemeindeversammlung dann überhaupt noch will».

Für die Kontinuität

Die alten Geschichten. Jürg Stalder spielte auf die Turbulenzen an, die die Behörden von Affoltern und zum Teil auch die Verwaltung in der jüngsten Vergangenheit erschüttert hatten. Gleich mehrfach verschwanden Leute nach einer kurzen Amtsdauer von der Bildfläche, und gleich mehrfach wurden dabei der Umgangston und der Führungsstil von Präsident Kobel kritisiert. Es kam zu Krisensitzungen und sogar zu einem externen Coaching, wobei Stalder auch noch sagte, dass nicht Kobel allein an der Situation schuld gewesen sei. «Es kamen mehrere Dinge zusammen.» Nun aber, Stalder wiederholte es, werde es darum gehen, die Vergangenheit höchstens noch ein letztes Mal zu bereden, dann alles ad acta zu legen und in die Zukunft zu blicken.

Hans Lüthi seinerseits begründete auf Nachfrage noch kurz den Rückzug seiner Kandidatur für das Präsidium. Er sei nach reiflicher Überlegung zum Schluss gekommen, dass mit Vorteil ein Bisheriger die Führung im Gemeinderat übernehme. So werde die Kontinuität besser gewahrt.

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