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«Jetzt fehlt nur noch ein Bier»

Die SCL Tigers haben sich auf der Suche nach neuen Einnahmequellen etwas einfallen lassen: eine VIP-Lounge in der Ilfishalle.

Beste Sicht auf die Tigers-Fans: Junge Gäste beim Probesitzen in der neuen VIP-Lounge in der Ilfishalle.
Beste Sicht auf die Tigers-Fans: Junge Gäste beim Probesitzen in der neuen VIP-Lounge in der Ilfishalle.
Hans Wüthrich

Zuerst, nach der 3:0-Führung, haben sie gejubelt und Fahnen geschwenkt, dann, als es immer knapper wurde, haben sie gezittert und ihr Team nochmals verzweifelt angefeuert, und am Schluss, als das Penaltyschiessen verloren war, konnten einige die Tränen nicht zurückhalten. Wahrlich, die Fans der SCL Tigers haben im Derby gegen Biel einmal mehr ein Wechselbad der Gefühle erlebt.

Von einem Ort lassen sich die Emotionen der Fans wie auch das Geschehen auf dem Eisfeld besonders gut überblicken: von der neuen «Männlichen-Plattform», einer kleinen VIP-Lounge hoch über den Stehplätzen des Fan-Egge. Sie bietet zwar nur zehn Plätze, dafür ist sie mit roten Sofas, Teppich und sogar einer Gondel gediegen ausgestattet. Die Baukosten von 20'000 Franken hat die Männlichenbahn Grindelwald übernommen – als Teil eines mindestens vier Jahre dauernden Sponsoringvertrages mit den SCL Tigers.

Emotionen hautnah

In der Lounge sitzen jene Leute, die das neue Tigers-Angebot «Emotion-Night» für 179 Franken buchen. Dafür gibts zuerst ein Fondue, während des Warmlaufens der Spieler ist ein Platz direkt an der Bande reserviert, und schliesslich gehts hinauf in die neue Lounge, wo nebst der Aussicht ein Willkommenscüpli wartet. Das Angebot entspreche einem Bedürfnis, berichtet Tigers-Mitarbeiter Daniel Suter. «Wir bekommen immer wieder Anfragen von Leuten, die zum Beispiel ihren Geburtstag im speziellen Rahmen in der Ilfishalle verbringen möchten.»

Die neue Lounge schafft nun Abhilfe. Sie ist bereits die dritte Spezialtribüne, die ins Stadion gepfercht wurde – nach der Ilfistribüne für den Club 76 und der Plattform über dem Sektor der Gästefans. «Viel mehr», bestätigt Suter, «lässt sich aus der Ilfishalle wohl nicht mehr rausholen.»

Hilfe in der Not

Die Einnahmen der «Emotion-Nights» kommen den SCL Tigers zu Gute. «Dieser Klub passt gut zu uns, seine Anhänger wohnen in unserem Einzugsgebiet»; deshalb, und um den Tigers in ihrer finanziellen Not zu helfen, sei die Männlichenbahn eingestiegen, sagt deren Geschäftsführer Daniel Zihlmann. Der Einstieg nahm seinen Anfang, als die Tigers mit der Jungfrau-Region verhandelten, ob sie in der Ilfishalle eine grosse Werbewand kaufe. So lernte Daniel Suter Daniel Zihlmann kennen, erklärte ihm die Idee einer neuen Lounge – und Zihlmann sagte seine Unterstützung zu.

Im Derby gegen Biel war die Lounge noch nicht besetzt. Einige Leute haben aber auf den Sofas probesitzen können. Etwa Jonas Fiechter. «Hier kann man es sich gut gehen lassen», bilanziert der junge Mann in der Lederjacke, «jetzt fehlt nur noch ein Bierchen.»

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