Jetzt bloss nicht euphorisch werden

Langnau

Man gibt sich gelassen und ist bemüht, den Druck, der auf den SCL Tigers lastet, nicht noch zusätzlich zu erhöhen. Weder die Fanszene noch die Gemeinde Langnau planen für das Spiel vom Donnerstag Spektakel.

In Langnau gibt es derzeit nur eine Frage, die interessiert: Schaffen die SCL Tigers den Aufstieg in die Nationalliga A?

In Langnau gibt es derzeit nur eine Frage, die interessiert: Schaffen die SCL Tigers den Aufstieg in die Nationalliga A?

(Bild: Thomas Peter)

Martin Leuenberger glaubt daran. Er muss. Als Präsident der Fanszene Langnau darf er keine Zweifel aufkommen lassen daran, ob die SCL Tigers den Aufstieg in die Nationalliga A schaffen könnten. «Ich glaube absolut daran», sagte er am Dienstag, nachdem die Tigers die ersten drei Qualifikationsspiele für sich entschieden hatten. Aber in seiner Stimme, die vielleicht ein bisschen heiser klang, schwang kein Freudentaumel mit. «Ich bin noch nicht so euphorisch.» Denn noch ist die Hürde nicht genommen. «Wir müssen noch einmal hart arbeiten.» Leuenberger meint nicht nur die Spieler auf dem Eisfeld, sondern auch die Fans. «Wir müssen noch einmal eine super Stimmung hinbringen.» Doch für morgen Abend, wenn die Tigers zum Sprung in die höchste Liga ansetzen, hätten sie kein spezielles Spektakel geplant. «Wir machen wieder eine Choreo.» Mehr nicht. «Wir nehmen Spiel für Spiel», sagt Leuenberger.

Fragen über Fragen

Aber was, wenn es tatsächlich gelingt? Wie soll der grosse Moment gefeiert werden? «Dann wird das eine oder andere passieren», sagt Leuenberger, geplant sei seitens der Fanszene jedoch nichts. «Das ergibt sich dann von selber.» Leuenberger hält seine Begeisterung im Zaum und sagt trocken: «Langnau ist in einer guten Verfassung, und der Gegner ist konsterniert.»

Bleibt nur zu hoffen, dass die gegnerischen Fans bei einer allfälligen vierten Niederlage morgen Abend ihrer Konsternation nicht mit Gewalt Ausdruck geben werden. Am vergangenen Samstag musste die Polizei Pfefferspray einsetzen, weil einige erhitzte Gemüter anders nicht zum Abzug zu bewegen waren. Werden die Sicherheitsvorkehrungen für morgen Abend nun verstärkt? «Wir werden die Situation beobachten und unser Aufgebot dementsprechend anpassen», sagt Polizeisprecherin Alice Born. Mehr verrät sie «aus taktischen Gründen« nicht.

Und was hat die Gemeinde Langnau geplant für den Fall, dass die Tigers am Donnerstagabend in die Nationalliga A zurückkehren? «Man kann einen solchen Fall nicht programmieren», sagt Gemeindepräsident Bernhard Antener. Auch er äussert sich zurückhaltend, denn er will den Erwartungsdruck nicht zusätzlich steigern. Auf die Frage, ob es in Langnau im Falle des Falles eine Freinacht geben würde, antwortet Antener: «Das könnte man ohnehin nicht zurückhalten.» Deshalb hat der Gemeinderat am Dienstagnachmittag einen entsprechenden Beschluss gefällt.

Gegen 900 T-Shirts bestellt

Derweil alle bemüht sind, mit beiden Beinen am Boden zu bleiben und «Step by Step» zu nehmen, wie Antener sagt, ertrinkt Annemarie Rettenmund fast in ihrer Arbeit. Sie ist Leiterin Merchandising bei den SCL Tigers. Sie hat veranlasst, dass die Spieler am Abend, als sie den B-Meistertitel holten, in roten T-Shirts feierten, die auf der Brust den Slogan tragen: «Wär nid dra gloubt, isch ke Tiger.» Von jenem Abend an konnten die Fans für 30 Franken solche T-Shirts bestellen. Noch in der gleichen Nacht gingen 270 Bestellungen ein. Und täglich kamen – und kommen – neue dazu. Inzwischen gilt für Neubestellungen eine Lieferfrist von zwei bis drei Wochen. Wer bereits bestellt und bezahlt hat, kann sein Leibchen morgen vor dem Match im Fanshop abholen. Noch fehlt Rettenmund die Übersicht, aber sie schätzt, dass zwischen 800 und 900 Bestellungen eingegangen seien. Jene, die besonders stark daran glauben, sind dieser Tage in einheitlichem Rot unterwegs.

Berner Zeitung

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