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Höhenflug mit Bodenhaftung

Nach dem Aufstieg in die 2. Liga inter stellt der FC Kirchberg den höchstklassierten Fussballclub des Emmentals. Den Kopf lassen sich die Verantwortlichen aber nicht verdrehen.

Grosse Freude nach der Promotion des FC Kirchberg bei Sportchef Marco Bachmann (links) und Co-Trainer Hansres Brechbühler. Bachmann ist überzeugt, dass der FCK mit vorwiegend einheimischen Spielern den Ligaerhalt schaffen wird.
Grosse Freude nach der Promotion des FC Kirchberg bei Sportchef Marco Bachmann (links) und Co-Trainer Hansres Brechbühler. Bachmann ist überzeugt, dass der FCK mit vorwiegend einheimischen Spielern den Ligaerhalt schaffen wird.
Max Füri

m Emmentaler Sport dominieren vorwiegend Eishockey und Unihockey. Die SCL Tigers sind das Aushängeschild, der SV Wiler-Ersigen ist der Serien-Schweizer-Meister. Und im Fussball? In der mit Abstand beliebtesten Sportart ist das Emmental ein weisser Fleck – zumindest was Spitzensport anbelangt. Zwar gibt es viele Vereine, die in der Region wertvolle Juniorenförderung betreiben. Doch ein Spitzenteam gibt es nicht.

Immerhin: Vor knapp zwei Wochen gab es wieder einmal eine Erfolgsmeldung aus dem Emmentaler Fussball. Der FC Kirchberg ist in die 2.Liga interregional aufgestiegen. Kein anderes Team aus dem Verwaltungskreis spielt im Schweizer Fussball weiter oben.

Ein regionaler Erfolg

Das freut auch Jürg Brand, Präsident des Oberaargauisch-Emmentalischen Fussballverbands: «Das ist gut für den Emmentaler Fussball. Jeder Verband ist stolz auf den sportlichen Erfolg seiner Vereine.» Das gilt natürlich auch für den Präsidenten des FC Kirchberg. Für Stefan Moser ist der erstmalige Aufstieg in die 2.Liga inter ein Triumph des Regionalfussballs im unteren Emmental. Neunzig Prozent der Spieler der Aufstiegsmannschaft stammen aus der Kirchberger Nachwuchsabteilung oder von umliegenden Vereinen. Somit dürfen sich auch diese Clubs ein Stück vom Gelingen abschneiden. «Der Aufstieg ist die Folge jahrelanger Kontinuität und eines soliden Fundaments im Nachwuchsfussball», sagt Moser.

Gerade weil die Förderung der Junioren aus Sicht der Verantwortlichen sehr gut funktioniert, kommt der Aufstieg für Sportchef Marco Bachmann nur bedingt überraschend. «Wenn man die Entwicklung unserer Junioren anschaut, dann versteht man, dass wir auch bei den Aktiven konkurrenzfähig sein können», so Bachmann. Er sei sehr stolz, dass fast der gesamte Kader aus der Region stamme. «Diesen Weg wollen wir auch eine Liga höher weitergehen.» Der FC Kirchberg könne keine Spieler mit finanziellen Versprechungen anlocken.

Abstieg keine Katastrophe

Auf die kommende Saison will Bachmann zwei oder drei ehemalige Kirchberger ins Team zurückholen. Ansonsten werde man mit der gleichen Mannschaft weiterfahren. «Wir werden wohl lernen müssen, wieder vermehrt mit Niederlagen umzugehen. Aber ich bin überzeugt, dass wir oben bleiben können», sagt der Sportchef. Daran glaubt natürlich auch Präsident Stefan Moser, der aber ebenso sagt: «Sollten wir im schlimmsten Fall wieder absteigen, wird trotzdem nicht alles auseinanderfallen.» Die Spieler seien in Kirchberg stark verankert, und die Juniorenförderung sorge für den nötigen Nachschub.

Die Kirchberger Clubverantwortlichen lassen sich trotz Aufstieg nicht den Kopf verdrehen. Dem Präsidenten ist wichtig, dass es nicht zu einem Ungleichgewicht kommt: «Wir können nicht auf Einkaufstour gehen. Wir wollen ein Dorfverein bleiben, jeder soll seinen Mitgliederbeitrag zahlen und sich am Clubleben beteiligen», so Moser. Wie viel der Club jährlich ausgibt und wie hoch das Budget für die neue Saison sein wird, will er nicht sagen. «Zahlen haben wir nie kommuniziert.»

Einzig das Flutlicht fehlt

Kritische Stimmen, der Aufstieg sei für den FC Kirchberg eine Nummer zu gross, hat es laut Moser im Club keine gegeben. «Wir haben unsere Möglichkeiten mit dem Trainerduo Hansres Brechbühler und Daniel Schoder sowie im Vorstand diskutiert.» Klar, sportlich gehe der Verein ein Risiko ein. Es könne auch in die Hosen gehen und der Club wieder absteigen.

Gut ist für den FCK, dass die Infrastruktur für die nächst höhere Liga ausreicht. Der Platz ist spieltauglich, einzig eine Flutlichtanlage fehlt. «Sollte ein Abendspiel einmal unumgänglich sein, müssen wir zum Beispiel nach Ersigen ausweichen», sagt Moser. Doch das habe der FCK schon früher ab und zu getan.

Jürg Brand hofft ebenfalls, dass die Kirchberger die Liga werden halten können. «Aber es wird schwierig», sagt der Präsident des Regionalverbandes. «Für mich ist aber sowieso das Schönste, dass ein so engagierter Club mit der ersten Mannschaft Erfolg hat.»

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