Hier hat die Energiewende begonnen

Langenthal

Die Hector Egger Holzbau AG hat auf ihrem Werk 1 eine weitere Solaranlage in Betrieb genommen. Die Solarpanels bilden hier gleichzeitig das dichte Dach.

Auf dem Werk 1 (unten) bilden die Soladmodule bei der Hector Egger Holzbau AG gleichzeitig das dichte Dach.

Auf dem Werk 1 (unten) bilden die Soladmodule bei der Hector Egger Holzbau AG gleichzeitig das dichte Dach.

(Bild: zvg)

Im Winter 2012/2013 hat die Hector Egger Holzbau AG an der Langenthaler Gaswerkstrasse auf ihrem Werk 2 eine erste Solaranlage mit 1640 Quadratmetern Sonnenkollektoren installiert. Diese Anlage produziert eine Jahresleistung von circa 300'000 Kilowattstunden. Dies entspricht dem jährlichen Energiebedarf von rund 60 bis 70 Haushalten.

Nun hat die Firma nebenan auf ihrem Werk 1 eine zweite Solaranlage in Betrieb genommen. Diese weist mit ihren 1839 Solarmodulen auf einer Fläche von 2845 Quadratmetern eine installierte Leistung von 456 Kilowatt-Peak auf. Bei dieser Anlage wurde ein Indachsystem verwendet. Das heisst: Die Solaranlage ist gleichzeitig auch die dichte Dachhaut und ersetzt das frühere Blechdach. Es handelt sich bei dieser Anlage um die wohl schweizweit erste Indachanlage auf einem Tonnendach (halbrunde Dachform). Erwartet werden von dieser Anlage jährlich etwa 375000 Kilowattstunden Strom. Dies würde ausreichen, 80 bis 90 Haushalte zu versorgen. Um die Spitzenleistung der Anlage abzuführen, mussten die Industriellen Betriebe Langenthal (IBL) gar die Hauszuleitung erweitern.

Produziert wurde zumindest ein Teil der Solarmodule ebenfalls an der Gaswerkstrasse, und zwar bei der Firma Megasol, die ihren Sitz in Wangen an der Aare hat. Der grössere Teil stammt jedoch aus China.

Strom für 160 Haushalte

Mit dem Ausbau verfügt die gesamte Anlage nun über eine Leistung von 727Kilowatt-Peak und soll 660'000 Kilowattstunden Strom produzieren. Das würde ausreichen, 140 bis 160 Haushalte mit Strom zu versorgen. Und es entspricht 120 Prozent des eigenen Bedarfs. Das heisst, dass die Hector Egger Holzbau AG nun energieautark produzieren kann. Ohne Netzanbindung wäre dies nicht möglich, da die Speichermöglichkeit fehlt. Die Anlage produziert laut dem stellvertretenden Geschäftsführer Michael Schär «zuverlässig und stabil». Vom 12.März bis 12.April waren es 49227 Kilowattstunden.

Zurzeit kaufen die IBL als Stromlieferant die überschüssige Energie. Laut Schär steckt er jedoch in Verhandlungen mit weiteren Stromanbietern und diskutiert dabei auch über den Preis seines Stroms. Über dessen Abnahme macht er sich keine Sorgen: «Zurzeit suchen die Stromproduzenten nach sauberem Solarstrom.»

Den Inhabern der Hector Egger Holzbau AG liegt auch die Elektromobilität am Herzen. So haben sie im August 2014 für ihre Kunden eine E-Tankstelle in Betrieb genommen. Bis in einigen Jahren wollen sie möglichst viele Firmenwagen durch Elektrofahrzeuge ersetzen. «Wir gehen den Weg der dezentralen Energieproduktion aber nicht erst seit gestern», sagt Schär, «in unserem Werk 1 haben wir für unsere Holzabfälle eine Schnitzelheizung eingebaut.

Mit dem Bau des Werks 2 konnten wir die Produktion von Heiz- und Wasserwärme massiv steigern.» Der Heizkessel hat heute eine Leistung von 550 kW. Zum Vergleich: Ein Einfamilienhaus benötigt 15 bis 20 kW maximale Heizleistung. Mit dieser Schnitzelheizung produziert man Wärme (Heizung und Wasser) für den eigenen und zwei weitere Betriebe in der Nachbarschaft (Merkur Druck AG und Kuert+CO AG). Die eigenen Holzhallen und Büros sowie die Kantine sind mit einer Komfortlüftung ausgestattet. Das Werk 1 war 2003 die erste Holzhalle dieser Dimension mit einem Minergiezertifikat.

Weitere Solarprojekte

Auch die Tochterfirma Mosimann Holzbau in Oberwangen hat im Mai 2013 auf ihrem Neubau eine Solaranlage in Betrieb genommen. Diese hat eine Leistung von 300000 Kilowattstunden.

Berner Zeitung

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