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«Heroin ist eine fordernde Geliebte»

Seit vierzehn Jahren gibt es in Burgdorf die Drogenabgabestelle Biwak. Patienten aus dem Heroin- und Methadonprogramm gehen dort täglich ein und aus. Die meisten von ihnen haben ein bewegtes Leben hinter sich. Eine Reportage.

Morgens im Abgabezentrum Biwak: Pflegefachfrau Verena Keller (rechts) übergibt einer Patientin ihre Ration Heroin.
Morgens im Abgabezentrum Biwak: Pflegefachfrau Verena Keller (rechts) übergibt einer Patientin ihre Ration Heroin.
Thomas Peter
Mitarbeiterin Monika Günther versorgt den Unterarm einer Patientin.
Mitarbeiterin Monika Günther versorgt den Unterarm einer Patientin.
Thomas Peter
Einmal im Monat bringt ein Kurier Heroin, Methadon und Medikamente.
Einmal im Monat bringt ein Kurier Heroin, Methadon und Medikamente.
Thomas Peter
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Esther F.* ist 62 Jahre alt. Mit 40 hat sie sich das erste Mal Heroin gespritzt. «Heroin ist eine fordernde Geliebte», sagt die attraktive Frau, die man gut zehn Jahre jünger schätzt. «Abgeneigt war ich Rauschmitteln gegenüber nie», gibt sie offen zu. Es war die Angst, in ihrem Beruf den steigenden Anforderungen nicht mehr zu genügen, die sie in die Heroinsucht trieb. «Zu meinen besten Zeiten habe ich 3000 Franken pro Monat für Drogen ausgegeben», sagt Esther F., die mittlerweile vom Heroin los ist, dank der Burgdorfer Drogenabgabestelle Biwak. Dennoch geht sie immer noch einmal pro Woche dorthin, um ihre Rationen Subutex abzuholen, ein Medikament, das in Tablettenform verabreicht wird. «Es lindert die Entzugsschmerzen, high wird man davon aber nicht», erklärt sie und vergleicht das Medikament mit demjenigen, das den Alkoholikern bei einem Entzug verabreicht wird.

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