Zum Hauptinhalt springen

Gemeinden einigen sich

Herzogenbuchsee und Niederönz haben eine einvernehmliche Lösung gefunden: Gemeinsam wollen sie die Erschliessung der Bystronic Laser AG verbessern. Dazu gehört auch die Verlängerung der Bahnhofunterführung.

Die Erleichterung ist spürbar im Gemeinderatszimmer von Herzogenbuchsee. Die harten Verhandlungsrunden sind zu Ende, jetzt liegt ein zählbares Ergebnis auf dem Tisch. «Wir haben eine klassische Win-Win-Situation», sagte Urs Gerber, Gemeindepräsident von Niederönz, gestern vor den Medien. Als Dank erhielt er von seiner Buchser Amtskollegin Charlotte Ruf verbal «einen Strauss Rosen» überreicht – «ohne Dornen versteht sich». Geeinigt haben sich die Nachbargemeinden über die künftige Erschliessung der Bystronic Laser AG in Niederönz. Die Hightechunternehmung will eine neue Montagehalle bauen und damit 260 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Ein «äusserst wichtiges Projekt für beide Gemeinden», ist Charlotte Ruf überzeugt. «Denn viele Mitarbeiter und Zulieferer kommen aus unserer Umgebung.» Trotzdem hatte Herzogenbuchsee im Frühling eine Einsprache deponiert. Nicht weil sie den Ausbau verhindern wollte, sondern weil die Erschliessung ungenügend sei, erklärt Ruf.

Kreisel auf Wangenstrasse

Zur Bystronic gelangen die meisten Zubringer von der Wangenstrasse her über den Byfangweg (Abzweiger bei der Landi). Diese Zufahrt soll nun ausgebaut und von einer areal-internen Erschliessung zu einer öffentlichen Verbindungsstrasse gemacht werden. Die Gesamtkosten betragen rund 500000 Franken. Die Hälfte davon übernehmen Niederönz und die Firma Bystronic, Herzogenbuchsee steuert pauschal 75000 Franken bei. Für den Rest soll die Firma Fenaco als Grundeigentümerin aufkommen. Festgeschrieben steht der Zahlungsschlüssel im neuen Infrastrukturvertrag. Ebenfalls enthalten ist darin ein möglicher Kreisel auf der Wangenstrasse. Herzogenbuchsee und Niederönz würden je 50 Prozent der Kosten übernehmen. Wird das Industriegebiet in Herzogenbuchsee erweitert, reduziert sich der Niederönzer Anteil auf 30 Prozent. Weiterer Bestandteil des Infrastrukturvertrages ist die Personenunterführung am Bahnhof Herzogenbuchsee. Sie soll nach Westen verlängert werden, damit die Niederönzer und auch die Buchser von dieser Seite einen direkten Zugang zu den Perrons erhalten. «Nach dem Ausbau wird die Bystronic rund 900 Mitarbeiter beschäftigen», sagt Urs Gerber. «Unser Bestreben ist es, eine Mehrheit von ihnen auf den öffentlichen Verkehr zu bringen.» Ein Vorprojekt für die Unterführung hat Herzogenbuchsee bereits ausgearbeitet. Gerechnet wird mit Maximalkosten von 1,8 Millionen Franken, Niederönz beteiligt sich daran mit einem Pauschalbetrag von 400000 Franken. Die SBB als Grundeigentümerin hingegen gibt sich bis jetzt eher zurückhaltend: «Wir sind gerne bereit, bei der anstehenden Planung mitzuwirken», sagte Mediensprecher Roland Binz vor kurzem auf Anfrage. Finanzielle Mittel für die Unterführung habe man aber nicht.

Zuerst ein Masterplan

Im Investitionsprogramm von Herzogenbuchsee ist die Unterführung fürs Jahr 2010 vorgesehen. Auf einen genauen Zeitplan will sich Charlotte Ruf allerdings noch nicht festlegen. Zuerst müsse ein Masterplan fürs Bahnhofareal ausgearbeitet werden – und es brauche Gespräche mit den Grundeigentümern. Dem Infrastrukturvertrag haben die beiden Gemeinderäte bereits zugestimmt. Am 19. September befassen sich die Niederönzer damit an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung und stimmen über den notwendigen Rahmenkredit ab. Gleichzeitig entscheiden sie über die Zonenplanänderung und die Überbauungsordnung für den Bystronic-Ausbau. In Herzogenbuchsee fällt das Geschäft in die Kompetenz des Gemeinderates, das Bahnhofprojekt wird den Stimmbürgern zu einem späteren Zeitpunkt separat vorgelegt. Der Bystronic-Ausbau wird dadurch aber nicht tangiert. Läuft alles nach Plan, fahren noch in diesem Jahr die Baumaschinen auf.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch