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Gasser ist auf die Stadt angewiesen

Jetzt ist klar, warum Adrian Gasser mit dem Abriss der Tennishalle droht: Das Verwaltungsgericht hat vor wenigen Tagen die Umnutzung zur Eventhalle abgelehnt. Offenbar hat sich Gasser im ersten Ärger aber nicht gut informiert: Ohne abgeänderte Überbauungsordnung darf er nichts Neues bauen.

Ist als Tennishalle bewilligt: Wenn Adrian Gasser diese Halle abreisst, dann darf er hier zurzeit nichts anderes als eine Sporthalle bauen.
Ist als Tennishalle bewilligt: Wenn Adrian Gasser diese Halle abreisst, dann darf er hier zurzeit nichts anderes als eine Sporthalle bauen.
Robert Grogg

Im Langenthaler Glaspalast zeigte man sich gestern leicht irritiert: Die Verhandlungen mit Adrian Gasser seien auf gutem Wege gewesen, sagt Stadtschreiber Daniel Steiner. Zudem sei der Besitzer des Parkhotels und der früheren Tennishalle auf die Zustimmung des Stadtrates angewiesen, damit er anstelle der Tennishalle etwas anderes bauen könne. Will heissen: Wenn Gasser die Tennishalle abreisst (siehe BZ von gestern), kann er dort lediglich wieder eine Sporthalle bauen – oder aber gar nichts. Denn: Hotel und Halle basieren baurechtlich auf einer ÜO, die ursprünglich auf das Hotel Dreilinden zugeschnitten waren. Kurz nachdem Gasser das Areal aus einem Konkurs gekauft hatte, überwarf er sich mit dem Tennisclub. Der baute mittlerweile in Lotzwil.

Übereilt reagiert?

Die Tennis-Aussenplätze kaufte die Pensionskassenstiftung Constivita. Die will dort zwei Mehrfamilienhäuser bauen. Adrian Gasser machte aus der früheren Tennis- eine Eventhalle. Das notwendige Umnutzungsgesuch wurde vom Regierungsstatthalter auf Antrag der Stadt befristet bewilligt. Dagegen klagte aber die neue Nachbarin. Sie befürchtet, eine bewilligte Eventhalle bedeute auch laute Konzerte und somit eine Ruhestörung für die Bewohner der geplanten 38 Wohnungen.

Die kantonale Baudirektion gab ihnen recht. Gasser erhob Einsprache und hat laut Stadtschreiber Daniel Steiner verloren. Vor wenigen Tagen erst entschied das Verwaltungsgericht gegen Gasser, gegen den Regierungsstatthalter und gegen die Stadt. Das könnte Adrian Gasser zu einer übereilten Reaktion mit dem eingereichten Abbruchgesuch verleitet haben.

«Wir warten auf Gasser»

Zwar kann Gasser gegen den Verwaltungsgerichtsentscheid eine staatsrechtliche Beschwerde beim Bundesgericht einreichen. Als sehr gross schätzt Steiner die Chancen aber nicht ein. So wie es im Moment ausschaut, hat der Unternehmer mit dem Umbau der Halle über 1 Million Franken in den Sand gesetzt. Denn die geltende Bewilligung sieht hauptsächlich Sportanlässe und nur gelegentlich andere Events vor.

Gemeinderat und Behörden seien Adrian Gasser bisher sehr wohlwollend gegenübergestanden, sagt Daniel Steiner. Der Prozess laufe. Zudem warte man seit Oktober 2011 auf eine Stellungnahme Gassers zur Offerte für einen diskutierten Landverkauf (Parkplätze) sowie auf dessen Vorschlag zur Abänderung der geltenden ÜO. «Wir müssen ja zuerst wissen, was er machen will. Dann braucht es auch noch die Zustimmung des Stadtrates», erklärt Steiner. Dass der Boden neben der Halle im Altlastenkataster als Verdachtsfläche aufgeführt ist, sei Gasser mit Sicherheit bekannt gewesen.

Ob die Halle allenfalls sogar unter Schutz steht, das konnte gestern bei der Stadt und der Denkmalpflege niemand beantworten. Eine ähnliche Konstruktion von Ingenieur Heinz Isler auf der Autobahnraststätte Deitingen wurde 1999 jedenfalls unter Schutz gestellt. Berühmte Schweizer Architekten setzten sich für deren Erhalt ein.

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