Erweiterungsbau Schulhaus Than - Genauso schlau wie zuvor

Rüderswil

Nach dem wuchtigen Nein an der Urne zum geplanten Erweiterungsbau beim Schulhaus Than hat der Gemeinderat die Einwohner nach den Gründen für die Ablehnung befragt. Nach der Auswertung liegt keine eindeutige Tendenz vor.

So hätte das Schulhaus dereinst ausgesehen. Das Vorhaben war jedoch an der Urne abgelehnt worden.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

So hätte das Schulhaus dereinst ausgesehen. Das Vorhaben war jedoch an der Urne abgelehnt worden.

(Bild: zvg)

Philippe Müller

Das Thema ist für den Rüderswiler Gemeinderat kein einfaches – und wohl auch ein ziemlich ernüchterndes. Es ist ihm in den letzten Monaten nicht gelungen, in Sachen Schulorganisation eine Mehrheit der Dorfbevölkerung hinter sich zu scharen.

Bekanntlich erlitt der Rat am 8. März an der Urne eine deutliche Niederlage: Von 845 teilnehmenden Stimmbürgern lehnten 605 den 1,7 Millionen Franken teuren Erweiterungsbau beim Schulhaus Than ab.

Bürger nicht einig

Drei Monate später hat der Gemeinderat noch keinen Plan B zur Hand. Er hat zwar in der Zwischenzeit herauszufinden versucht, wo bei der Stimmbevölkerung der Schuh drückt und weshalb das Ausbauprojekt beim Schulhaus Than so deutlich abgeschmettert wurde.

«Wir haben 1813 Fragebögen verschickt», sagt Gemeindepräsident Jürg Rothenbühler auf Anfrage. Davon seien 438 zurückgekommen, was einer Rücklaufquote von 24 Prozent entspreche. Das Problem ist: Die Bürgerinnen und Bürger sind sich überhaupt nicht einig, wie die Rüderswiler Schule der Zukunft aussehen soll. «Wir sind etwa gleich schlau wie vorher», gibt Rothenbühler unumwunden zu.

Gegner mit Mitspracherecht

Laut Rothenbühler habe man im Fragebogen unter anderem wissen wollen, ob die hohen Kosten ausschlaggebend für das Nein bei der Volksabstimmung gewesen seien. Dies hätten viele bejaht. Dann höre die Einigkeit aber bald auf. Der Gemeinderat hat auch drei Varianten zur Auswahl gestellt bezüglich der künftigen Schulraumorganisation:

● Schulhaus Niederbach schliessen und dafür den Standort Rüderswil stärken;
● Schulhaus Niederbach schliessen und dafür das Schulhaus Than stärken;
● alle drei Schulstandorte (Niederbach, Than und Rüderswil) bleiben erhalten.

«Alle Varianten haben ihre Befürworter und Gegner», sagt Jürg Rothenbühler nach der Analyse. Das bedeute, dass man der Gemeindeversammlung morgen Abend keine klare Stossrichtung vorschlage, sondern: «Wir beauftragen die zuständige Kommission erneut damit, das ganze Paket zu prüfen.»

Vorschlag war Schnellschuss

Die Kommission, die aus Vertretern von Schulkommission, Schulleitung und Gemeinderat besteht, wird ergänzt mit einem bis zwei Vertretern des «Komitees engagierter Bürgerinnen und Bürger», das sich an vorderster Front und erfolgreich gegen den Erweiterungsbau beim Schulhaus Than eingesetzt hatte.

«Die Kommission wird genug Zeit erhalten, einen neuen Vorschlag auszuarbeiten. Und es wird eine öffentliche Mitwirkung geben», verspricht der Gemeindepräsident. Damit wolle man dem Vorwurf Rechnung tragen, der erste Vorschlag sei ein Schnellschuss gewesen. Wann das Volk erneut über die Schulraumplanung abstimmen werde, sei noch offen.

Berner Zeitung

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