Eine Tafelrunde für die Literatur

Langenthal

Literatur und Kulinarik bilden die Zutaten für die neue Veranstaltungsreihe im Kulturzentrum Chrämerhuus in Langenthal. Eröffnet wird der Reigen dieser «Tafelrunden» von Urs Mannhart.

Urs Mannhart darf derzeit nicht aus seinem neusten Roman lesen. Der ersten «Tafelrunde» im Chrämerhuus soll das nicht schaden.

Urs Mannhart darf derzeit nicht aus seinem neusten Roman lesen. Der ersten «Tafelrunde» im Chrämerhuus soll das nicht schaden.

(Bild: Christian Pfander)

Ausgerechnet Urs Mannhart macht am 17. Januar den Auftakt zur neuen Literaturreihe «Tafelrunde», die im Langenthaler Chrämerhuus stattfinden soll. Ausgerechnet, weil Mannhart derzeit vor allem wegen des gegen ihn erhobenen Plagiatsvorwurfs in aller Munde ist – und über den eben deswegen auch ein Leseverbotverhängt worden ist. Aus seinem Roman «Bergsteigen im Flachland» wird der in Langenthal und Moutier lebende Autor daher nichts vorlesen. An Gelesenem und Erzähltem, versichert Chrämerhuus-Kulturkoordinatorin Manuela Nägeli, werde es an dieser ersten «Tafelrunde» trotzdem nicht fehlen.

Lesen, tafeln, diskutieren

Denn eine Lesung im klassischen Sinn habe die neue Veranstaltungsreihe ohnehin nie werden wollen. Im Gegenteil: Nicht die Literatur allein soll im Mittelpunkt stehen, sondern ebenso der ungezwungene Austausch sowie das Kulinarische. Getafelt wird daher tatsächlich in der Runde an einer Tafel. Zubereitet wird das Menü dabei vom jeweils gastgebenden Literaturschaffenden respektive von Leuten aus dessen Freundeskreis.

Als die Programmverantwortlichen des Chrämerhuus die Idee der «Tafelrunde» geboren hätten, seien die Plagiatsvorwürfe bereits im Raum gestanden, sagt Manuela Nägeli. Da er nicht nur wegen des nach wie vor laufenden Verfahrens als Autor weitherum bekannt ist, habe dies aber nicht gegen seine Einladung gesprochen. Schliesslich gebe diese insofern umso speziellere «Tafelrunde» dem Besucher wie auch Mannhart die Möglichkeit, über das Ganze zu reden. «Die Plagiatsvorwürfe sollen sicher nicht das Hauptthema des Abends sein», so Nägeli, «aber sie sind aktuell nun mal auch ein Teil von Urs Mannhart.»

Der 39-jährige Wahllangenthaler habe sich von der Idee der «Tafelrunde» denn auch von Beginn weg begeistert gezeigt.

Letzte Plätze

Und auch beim Publikum scheint die neue Reihe auf Interesse zu stossen. Die gut 30 Plätze für die Erstausgabe vom Samstag in einer Woche jedenfalls sind bis auf ganz wenige bereits alle reserviert.

Was Urs Mannhart und seine Freunde den Gästen dabei auftischen werden, bleibt ein Geheimnis. Gekocht werde gewiss «nach einem Rezept, das gut recherchiert oder aber eventuell ein Plagiat sein könnte», schreibt das Chrämerhuus mit einem Augenzwinkern.

pd/khl/BZ

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