Eine Oberstufe rennt durch Bern

Herzogenbuchsee

Zum fünften Mal hat die Oberstufe aus Herzogenbuchsee am Grand Prix von Bern teilgenommen. Aufgeregt traten 220 Schülerinnen und Schüler am Samstag den Stadtlauf an. Mit geröteten, aber stolzen Gesichtern erreichten sie das Ziel.

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Der Zug um 11.54 Uhr von Herzogenbuchsee nach Bern leuchtete von innen heraus neongelb. Über zweihundert Jugendliche der Oberstufe Herzogenbuchsee reisten am Samstag im Partnerlook nach Bern an den Grand Prix. Seit 2003 nehmen die 7.- bis 9.-Klässler aus Buchsi im Dreijahrestakt am Stadtlauf teil.

Um die fünfte Teilnahme geniessen zu können, hatten die Schülerinnen und Schüler fleissig trainiert. Im Sportunterricht der vergangenen Monate stand das Laufen regelmässig auf dem Programm. Bei Kälte und Regen gab es laut Sportlehrer Pino Zaccagnino den einen oder anderen Durchhänger, und es brauchte eine extra Portion Motivationsarbeit dafür, die Schülerinnen und Schüler zu begeistern.

Eine Schule im GP-Fieber

Trotzdem war in der Schule in Buchsi das GP-Fieber ausgebrochen. Seit der Kick-off-Veranstaltung Anfang des Jahres, zu der Schulleiter und Projektkoordinator Thomas Suter auch GP-Gründer Heinz Schild eingeladen hatte, war der Berner Stadtlauf auch ausserhalb des Sportunterrichts präsent. Den besonders motivierten 7.-Klässlern, die in den Frühlingsferien mindestens sechsmal joggen waren und dies von ihren Eltern unterschreiben liessen, wurde von ihren Sportlehrern ein Pizzaplausch versprochen.

«In letzter Zeit hat es einen richtigen Hype gegeben», freute sich Klassen- und Sportlehrerin Stéphanie Maurer. Einige ihrer Schüler seien am Wochenende zuvor auch am Buchsilauf mitgerannt – vom Lauftraining im Sportunterricht dazu motiviert. Auch auf künstlerischer Ebene trugen die Schüler zum GP-Projekt bei. Das Logo auf dem Laufshirt der Teilnehmenden aus Buchsi setzte sich bei einem Sujetwettbewerb im Rahmen des Fachs Bildnerisches Gestalten durch.

Hand in Hand

Mit der Ankunft am Startgelände in Bern erreichte das GP-Fieber der Oberaargauer Schüler seinen Höhepunkt. Auf dem Gelände der Militärkaserne wurde klassenweise eingelaufen, aufgewärmt, gedehnt und mit einer kleinen Sportlerverpflegung der Energiespeicher aufgetankt.

In ihren jeweiligen Startblöcken standen die Schülerinnen und Schüler teilweise vor Aufregung noch Hand in Hand. Der Startschuss ertönte, und die neongelb gekleideten Teilnehmer aus Buchsi rannten bei Sonnenschein und perfekten Temperaturen nach und nach den Aargauerstalden hinunter in Richtung Altstadt.

Elektroschocker «im Gepäck»

Die meisten von ihnen nahmen die 4,7 Kilometer des Altstadt-GP in Angriff. Ein gutes Dutzend Jugendlicher wagte sich sogar an den 16 Kilometer langen Lauf, darunter auch die 7.-Klässler Nicola Grunder, Lenny Hildbrand und Eliah Müller. «Ich will, dass wir es zusammen schaffen», sagte Nicola Grunder, der schon GP-Erfahrung hatte. Vor, während und nach dem Lauf nicht zu trennen waren Sarah Zumstein und Sara Leibundgut. Kurz nach der Brücke wurden die beiden 13-Jährigen sogar vom Speaker über die Lautsprecher erwähnt. Auch Cheyenne Oesch und Joeanna Zesiger trennten sich erst auf den allerletzten Metern, als es im Endspurt auf das Ziel zuging. Zum schnellen Rennen angetrieben wurden sie von der Stimmung am Rand der Laufstrecke. Jubelnde Zuschauer, Lautsprecher, Bands und Guggenmusiken waren zu hören.

Dass sie sich auf keinen Fall überholen lassen wollten, machten Lisa Martini und Anne Moser unmissverständlich klar. Auf ihre T-Shirts hatten die 13-Jährigen mit dickem Filzstift «Elektroschocker eingepackt» geschrieben – «damit niemand an uns vorbeirennt», erklärte Lisa.

Unter 20 Minuten

So einige überholt hatte wohl der 16-jährige Salvatore Russo. Der 9.-Klässler hatte sich eine Zeit unter 20 Minuten zum Ziel gesetzt und erreichte dies als Schnellster seiner Klasse auch.

Ob gemeinsam oder separat gelaufen – im Zielgelände vereinten sich die Oberaargauer wieder. Mit ihren neongelben Buchsi-Shirts erkannten sie sich von weit her und klopften einander mit stolzen und vor Anstrengung etwas geröteten Gesichtern auf die Schulter.

Nochmals sehen, wie der Kontrahent zurückfällt: Auf der interaktiven Karte von Bernerzeitung.ch/Newsnetz können Sie Ihren Lauf am Grand Prix von Bern nochmals verfolgen – und sich mit anderen Teilnehmenden vergleichen.

Hier gehts zum Grand-Prix von Bern. Hier gehts zum Altstadt-GP. Hier gehts zu den Nordic Walkern.

Berner Zeitung

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