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Ein neuer Bahnhof für 33 Millionen

Nun ist klar, wie die BLS den Bahnhof Ramsei umgestalten will: Das Gebäude wird abgerissen und durch einen Platz ersetzt. Der Umbau wird 33 Millionen Franken kosten und bis Ende 2017 dauern.

So sieht der Bahnhof Ramsei derzeit aus. In zweieinhalb Jahren jedoch wird er, falls alles nach Plan läuft, ein gänzlich anderes Bild abgeben.
So sieht der Bahnhof Ramsei derzeit aus. In zweieinhalb Jahren jedoch wird er, falls alles nach Plan läuft, ein gänzlich anderes Bild abgeben.
Thomas Peter

Dass der Bahnhof Ramsei in die Jahre gekommen ist, ist augenfällig. Weder entspricht der Zugang zu den Geleisen modernen Anforderungen, noch sind die Anlagen automatisiert. Die BLS will den Bahnhof deshalb bis Ende 2017 rundum erneuern.

Wie der Bahnknotenpunkt zwischen Burgdorf, Langnau und Sumiswald dereinst aussehen soll, darüber hat das Bahnunternehmen bislang noch keine Auskunft gegeben. Nun aber sagt die BLS, was sie genau in Ramsei vorhat.

Denn nächste Woche soll das 33-Millionen-Franken-Projekt öffentlich aufgelegt werden. Die auffälligste Veränderung betrifft das Bahnhofgebäude: Dieses wird abgerissen – und zwar ersatzlos. «Dort entsteht ein neu gestalteter Bahnhofplatz», sagt BLS-Sprecher Hugo Wyler auf Anfrage. Zudem werde die ganze Fahrbahn inklusive Weichen und Güterverlad neu erstellt.

Keine Überführung

Wer vom Mittelperron aus einen Zug auf Gleis 2 oder 3 besteigen will, muss heute das ebenfalls befahrene Gleis 1 überqueren (siehe Bild). Das wird nach dem Umbau anders sein: Diese Schienen werden dereinst in Ramsei enden. Auf Höhe des Kreisel entsteht ein gedeckter Platz, wo die Passagiere von der Bushaltestelle direkt auf das Mittelperron zum Gleis 2 gelangen.

Es wird also weder eine Unter- noch eine Oberführung geben. Künftig halten die Züge also noch auf Gleis 1 und 2, eine dritte Fahrspur wird nur für den Durchfahrtsverkehr genutzt. Am Gleis 4 entsteht ein neuer Freiverlad beziehungsweise Umschlagplatz für Güter, der für mehr Kapazitäten ausgelegt ist.

Total erneuert werden auch die Perrons und das fast antik anmutende Dach. «Der Standort Ramsei wird, wie das bei allen unseren anderen Bahnhöfen geplant ist, behinderten- und kinderwagengerecht umgebaut», erklärt BLS-Sprecher Wyler. Das heisse, die Perrons würden so erhöht, dass ein ebenerdiger Einstieg in die Züge möglich sei.

Mehr Sicherheit

Der Bahnhof Ramsei soll durch die umfassende Sanierung nicht nur moderner, sondern auch sicherer werden. Neben der neuen Anordnung der Perronzugänge erwähnt Wyler insbesondere die Weichen,die noch von Hand bedient werden. «Diese werden mit dem Umbau automatisiert und von Spiez aus gesteuert.»

Änderungen gibt es auch für den Busverkehr. Anstelle der heutigen Haltestelle werden in der Mitte des Platzes zwei «Bushaltekanten» für Gelenkbusse gebaut. Künftig verfügt Ramsei über 30 «Park+Ride»-Parkplätze, 16 Mofa- und Rollerabstellplätze und 66 Veloparkplätze. Westlich des Park+Ride wird das Technikgebäude erstellt.

WCs gibt es nur vielleicht

Und was ist mit den WC-Anlagen? Zur Erinnerung: Bei der Planung der 50 Millionen Franken teuren Sanierung des Bahnhofs Huttwil waren diese vergessen gegangen. Dies, weil Toiletten nicht in den Zuständigkeitsbereich der BLS, sondern der jeweiligen Standortgemeinden fallen – nur wusste Huttwil nichts davon. Ob in Ramsei WCs gebaut werden, ist noch nicht ganz geklärt. Die BLS sei mit der zuständigen Gemeinde Lützelflüh diesbezüglich im Gespräch, so Wyler.

Eingeschränkter Bahnverkehr

Läuft alles nach Wunsch, beginnen die Bauarbeiten im nächsten Sommer. Ziel ist laut Wyler nach wie vor, den sanierten Bahnhof Ende 2017 in Betrieb zu nehmen. Bis dann sollen auch Lösungen für die derzeit 12 BLS-Angestellten in Ramsei gefunden werden. Deren Arbeitsplätze gehen durch die Automatisierung und die Aufhebung des Bahnschalters verloren.

Klar ist, dass die Sanierungsarbeiten Auswirkungen auf den Bahnverkehr haben werden. «Für Details ist es noch zu früh.» Klar sei jedoch, dass es im Sommer 2017 zu einer kürzeren Totalsperre kommen werde, und auch an Wochenenden könnte es zu gewissen Einschränkungen kommen.

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