Die unendliche Geschichte geht weiter

Hindelbank

Die Sanierung der Turnhallen in Hindelbank kann wegen Statikproblemen nicht so umgesetzt werden, wie es das Stimmvolk letztes Jahr bewilligt hatte. Nun verzögert sich das Projekt um mindestens ein Jahr.

Steht unter keinem guten Stern: Die Sanierung der Turnhalle in Hindelbank kann nicht wie geplant realisiert werden.

Steht unter keinem guten Stern: Die Sanierung der Turnhalle in Hindelbank kann nicht wie geplant realisiert werden.

(Bild: Thomas Peter)

Philippe Müller

Während mehr als acht Jahren wird gestritten, gefordert, gekontert und angepasst. So wird es auch noch eine Weile weitergehen. Obwohl man eigentlich gedacht hatte, dass die unendliche Geschichte um die Turnhallensanierung in Hindelbank im August 2014 ein Ende gefunden hatte.

Damals hatte die Gemeindeversammlung entschieden, wie es mit den in die Jahre gekommenen Hallen weitergehen soll. Eine Mehrheit der Stimmbürger hatte sich für die vom Gemeinderat favorisierte Variante ausgesprochen: Für 8,2 Millionen Franken sollten die Turnhallen im Unter- und im Erdgeschoss erweitert werden, die Schule sollte eine neue Küche erhalten, die Vereine eine Liftanlage und eine erweiterte Aula mit einer grossen Bühne.

Seit Mittwoch ist klar: Mit der Umsetzung wird es nichts, die Arbeiten werden per sofort und noch vor dem Spatenstich eingestellt. Der Gemeinderat teilte mit, die Planer hätten in der Zwischenzeit festgestellt, dass das Vorhaben die statischen Vorgaben nicht erfülle. «Es hat sich gezeigt, dass infolge von Schwingungsproblemen in der unteren Halle entweder eine zusätzliche Stützmauer oder eine Decke mit Unterzügen erstellt werden müsste», heisst es in der Mitteilung. «Dadurch entstünde eine noch geringere Hallenhöhe, oder die Fläche entspräche nicht mehr den geforderten und versprochenen Normen.»

Wenger räumt Fehler ein

«Es braucht eine Neubeurteilung», sagt Hindelbanks Gemeinderatspräsident Daniel Wenger (parteilos). Er sei froh, habe man die Probleme bemerkt, «bevor gelocht wurde und das grosse Geld ausgegeben war». Er schätzt, dass seit der Gemeindeversammlung vom letzten August höchstens 20'000 Franken für gewisse Planungsarbeiten ausgegeben worden sind.

Auf Nachfrage räumt Wenger ein, dass der Gemeinderat das Bauprojekt vor der Abstimmung zu wenig detailliert habe prüfen lassen. «Die Statik wurde im Vorfeld schon angeschaut, aber nicht so vertieft.» Weil damals insgesamt drei Varianten zur Diskussion standen, habe man für die einzelnen Optionen nicht zu viel Geld ausgeben wollen. «Das war ein Fehler», sagt Wenger im Nachhinein.

Eine Doppelturnhalle?

Das Turnhallenprojekt erfährt durch die neuste Wendung eine Verspätung von mindestens einem Jahr. Der Gemeinderat beabsichtigt, der Gemeindeversammlung im Dezember das Geschäft erneut zur Abstimmung vorzulegen. «Wir werden sowohl das aktuelle Projekt noch einmal anschauen und berechnen als auch eine neue Möglichkeit ins Spiel bringen», sagt Daniel Wenger. Damit meint er den bis anhin nicht diskutierten Anbau einer neuen Doppelturnhalle auf dem Niveau der bestehenden unteren Turnhalle.

Auf diese Idee sei der Gemeinderat kürzlich gekommen. Was ein solches Projekt kosten würde, weiss Wenger noch nicht. «Das werden wir nun genau berechnen lassen.» Er ist aber überzeugt, dass es kostengünstiger umsetzbar wäre als der komplette Neubau einer Turnhalle auf der grünen Wiese, wie es auch schon vorgeschlagen wurde.

Berner Zeitung

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