Die Tage der alten Bahnbrücke sind gezählt

Aarwangen

Innert nur vier Wochen wird im Herbst die Bahnbrücke über die Aare in Aarwangen ersetzt. Zeitgleich verschwindet der Bahnübergang am Bären.

Die Bahnbrücke über die Aare grenzt heute an einen Bahnübergang. Mit dem Ersatz der Brücke wird dieser nun aufgehoben.

Die Bahnbrücke über die Aare grenzt heute an einen Bahnübergang. Mit dem Ersatz der Brücke wird dieser nun aufgehoben.

(Bild: Thomas Peter)

Kathrin Holzer

Plangemäss noch in diesem Jahr wird die bald 110-jährige Eisenbahnbrücke über die Aare in Aarwangen ab Mitte August bis Ende Oktober durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt. Zweimal war das Projekt aufgelegen.

War anfangs ein identischer Ersatz der heutigen Fachwerkkonstruktion geplant, wird es in Absprache mit der Denkmalpflege nun einen leicht weniger hohen stählernen Vollwandträger mit rautenförmigen Öffnungen geben. Kostenpunkt: 4,4 Millionen Franken, gemeinsam finanziert durch Bahnbetreiberin Aare Seeland mobil (ASM), Bund und Kanton (wir berichteten).

Elemente bereits in Arbeit

Derzeit werden die einzelnen Brückenelemente hergestellt: Vier komplette Trogquerschnitte von je 25 Metern Länge, gut 5 Metern Breite und rund 3 Metern Höhe werden später per Sondertransport angeliefert und müssen von der Strassenbrücke her nur noch eingesetzt werden.

Nur gerade für einige wenige Nachteinsätze wird die Strassenbrücke daher gesperrt: So etwa für den Rückbau der bestehenden Brückenelemente in den Nächten von 22. bis 25.September sowie für den Einbau der neuen Brückenelemente von 6. bis 9.Oktober. Während vier Tagen kommt es auf der Strassenbrücke zwischen 24. und 29.September ausserdem zum Ablad von Kiesmaterial. Ansonsten laufe der Verkehr mehr oder weniger ungehindert, erklärt Daniel Nadig, Leiter Infrastruktur der ASM.

Bahnersatzbusse bis Bannwil

Lediglich vier Wochen dauert die eigentliche Bauzeit insgesamt. Im Oktober wird die alte Brücke bereits durch die neue Konstruktion ersetzt worden sein. Zwar werden auch die Vor- und Nacharbeiten noch Zeit beanspruchen. Bahnersatzbusse von Aarwangen bis nach Bannwil kommen jedoch nur während der eigentlichen Bauzeit vom 19.September bis zum 18.Oktober zum Einsatz.

In diesen vier Wochen will die Bahnbetreiberin auch ihr zweites Projekt beim Schloss realisieren: Die Schliessung respektive Sicherung der dortigen Bahnübergänge sowie eine leichte Verschiebung der Haltestelle.

Trassee klar abgetrennt

Auch dieses rund 2 Millionen Franken teure Projekt, an dem sich neben ASM und Kanton mit 200'000 Franken zudem die Gemeinde Aarwangen beteiligt, hat auf seine Bewilligung warten müssen. Mit einer ersten Planauflage 2013 zeigte sich die kantonale Denkmalpflege nicht einverstanden – es kam deshalb ein Jahr später zur zweiten Planauflage mit der Anpassung, dass im Zuge der Bauarbeiten auch das historische Ortsbild wiederhergestellt werden soll. Als Einzeleinsprecher hatte sich der Wirt des nahen Bären zwar weiterhin gegen die Aufhebung des Bahnübergangs gewehrt. Mittlerweile hat das Bundesamt für Verkehr das Vorhaben aber bewilligt.

Der Entscheid wurde nicht weiter angefochten. Die ASM werde ihr Projekt somit nun gleichzeitig mit den Arbeiten an der Bahnbrücke umsetzen, bestätigt Nadig. Der Bahnübergang beim Bären wird damit definitiv aufgehoben. Das Projekt sei im Sinne der Denkmalpflege und auch des Bären-Wirten noch einmal leicht angepasst worden, verweist Nadig etwa auf den Brunnen, der nun am heutigen Standort belassen werden soll. Auch ist er der Meinung, dass sich die Situation für das Restaurant grundsätzlich verbessere – werde das Bahntrassee doch nun klar vom Bären-Grundstück abgetrennt.

Schranke mit Einspurstrecke

Der grössere Eingriff steht jedoch beim etwas weiter oben gelegenen Bahnübergang bei Jürg Bärtschis Colani-Museum an: Der Übergang erhält eine Vollschranke, weshalb das Bahntrassee zugunsten einer Einspurstrecke auf der Kantonsstrasse leicht verschoben werden muss.

In der ersten Etappe, parallel zum Brückenersatz, würden das Trassee sowie die Haltestelle verschoben und im Bereich der heutigen Bahnstation ein Garten nach historischem Vorbild angelegt, erklärt Daniel Nadig. Erst in einer zweiten Etappe würden dann voraussichtlich im Frühling/Vorsommer 2016 die weiteren Arbeiten auf der Kantonsstrasse ausgeführt.

Berner Zeitung

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