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«Die Schliessung wäre ein Fiasko»

Bricht im Herbst die letzte Saison der Burgdorfer Eisbahn an? Die Betreiber hoffen es nicht. Sie rechnen damit, dass das Geld für eine neue Halle zusammenkommt und die alte Anlage bis zu deren Fertigstellung weiterbestehen darf.

Während Stadtpräsident Franz Haldimann bei den umliegenden Gemeinden auf Geldsammeltour für eine neue regionale Eishalle ist, bereiten sich die Verantwortlichen der alten Kunsteisbahn Burgdorf (KEB) auf die kalte Jahreszeit vor. «Wir setzen alles daran, auch heuer einen reibungsfreien Eissportbetrieb zu gewährleisten», sagte Tagespräsident Ralph Schoch an der Generalversammlung der KEB AG. Er sagte dies mit Blick darauf, dass die Tage der nun 45-jährigen Anlage gezählt sind und sie nur noch mit einer Sonderbewiligung des Kantons betrieben werden darf. Vielleicht schon bald nicht einmal mehr das: Die Bewilligung gilt nämlich nur unter der Bedingung, dass für die neue Halle bis Ende Jahr eine Baubewilligung vorliegt und die Finanzierung steht. Andernfalls wird die alte Anlage geschlossen – für immer. «Das wäre für uns ein ähnliches Fiasko wie für die UBS die Milliardenverluste», sagte Schoch angesichts der Tatsache, dass es bei den Nachbargemeinden mit der Geldbeschaffung harzt.

Vereinen droht das Aus

Peter Wenger, der im Vorstand des Eislaufclubs Burgdorf sitzt, vertritt in der Kunsteisbahn AG die Eissportvereine. Auch er liess in seinen Ausführungen keinen Zweifel daran offen, dass eine Schliessung der alten Kunsteisbahn bei gleichzeitiger Sistierung des Neubaus für den Eissport in der Umgebung ein Tiefschlag wäre. «In Burgdorf könnten wir gleich drei Vereine begraben, und die eingemieteten Vereine aus der Region stünden vor demselben Problem», sagte er. Betroffen wären insgesamt 700 junge Leute, die lizenzierten Sport betreiben; hinzu kämen «hochgerechnet wohl ein paar Tausend freie Nutzerinnen und Nutzer». Liessen sich die Vereine im schlimmsten Fall nicht in umliegenden Eishallen unterbringen? Wenger verneint dies im Gespräch mit dieser Zeitung nachdrücklich. Bereits vor drei Jahren habe der Eislaufclub diesbezügliche Abklärungen getroffen. Mit dem ernüchternden Ergebnis, dass nur gerade mal 10 Prozent seiner Mitglieder anderswo Platz fänden, in Huttwil, Hasle und Zuchwil. «All die anderen Vereine sind dabei nicht einmal eingerechnet», hält Wenger fest.

Alles in allem zuversichtlich

Nach wie vor sei man in den Vereinen aber zuversichtlich, dass die total 21 Millionen Franken für den Neubau zusammenkämen. Auf die Regionsgemeinden entfielen ja lediglich 3 Millionen. An diesem Teilbetrag werde wohl kaum das ganze Projekt scheitern, zumal es bei den restlichen 18 Millionen nicht so schlecht aussehe. Neu gewählter Präsident der KEB AG ist Markus Grimm, der das Projekt «regionales Eissportzentrum Emme» bis Ende 2007 noch als Burgdorfer Gemeinderat mitbetreut hatte. Ob der Kanton die alte Anlage gleich auf den 1. Januar 2009 schliesst, falls die Finanzierung bis Ende Jahr nicht steht, weiss er nicht so genau. «Eigentlich ist es in diesem Sinn angekündigt worden, aber ich gehe trotzdem davon aus, dass wir wenigstens die Saison beenden könnten», sagt er. Allerdings mag auch er im Augenblick noch nicht gleich vom schlimmsten Szenario ausgehen. Stattdessen verweist er auf die moralische Pflicht der Gemeinden, sich am Projekt finanziell zu beteiligen. Es gehe seiner Ansicht nach nicht an, dass Burgdorf sämtliche Zentrumslasten selber tragen müsse. Er illustriert dies am Beispiel des Casino-Theaters: Dieses werde zu mehr als 50 Prozent von Leuten aus der Umgebung besucht – aber zu null Rappen von den Nachbargemeinden mitgetragen.

Wahlen:Walter Taschannen hat als Präsident der KEB AG demissioniert. Sein Nachfolger ist Markus Grimm, und als neuer Vertreter der Stadt Burgdorf nimmt Peter Urech Einsitz im Verwaltungsrat. Walter Tschannen wurde zum zweiten Ehrenpräsidenten ernannt.

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