Die Gemeinde wächst und wächst

Utzenstorf

Utzenstorf ist eine Gemeinde mit reger Bautätigkeit. Sechs grössere Überbauungen sollen in den nächsten Jahren entstehen. Ein Bevölkerungszuwachs ist vorprogrammiert.

Das Zentrum von Utzenstorf: Rechts das Modehaus Burren, links Elektro Brechbühler und hinten das Bauernhaus der Erbengemeinschaft Späti. Hier ist eine grosse Überbauung geplant.

Das Zentrum von Utzenstorf: Rechts das Modehaus Burren, links Elektro Brechbühler und hinten das Bauernhaus der Erbengemeinschaft Späti. Hier ist eine grosse Überbauung geplant.

(Bild: Thomas Peter)

Nadja Noldin

Utzenstorf wächst. Das Dorf zählt so viele Einwohnerinnen und Einwohner wie nie zuvor: Laut Statistik sind es 4163 Leute – 2088 Frauen und 2075 Männer. Und die Gemeinde wird in den nächsten Jahren noch weiter wachsen. Dies jedenfalls offenbart ein Blick in die geplanten Bauprojekte. Insgesamt 6 Überbauungen werden aus dem Boden gestampft. Sie sind mehr oder weniger weit fortgeschritten. Hier ein Überblick:

Dorfzentrum.Die geplante Überbauung auf dem Areal, auf dem heute das Modehaus Burren, das Bauernhaus der Erbengemeinschaft Späti sowie die Gebäude von Elektro Brechbühler stehen, ist die prägenste für den Ort. Sie wird dem Dorfkern einen neuen Charakter geben. Kaum verwunderlich, war sie im Vorfeld die umstrittenste: Gegner sprachen von Gigantismus und davon, dass die Eigentümer nur viel Geld aus ihrem Land herausholen wollten. Trotz der Kritik, 2011 winkten die Stimmenden an der Urne die Umzonung unerwartet deutlich durch. Ziel ist eine dichte Überbauung mit Wohnungen, Büros, Läden und sogar einem Ärztezentrum, wie Utzenstorfs Bauverwalter Markus Sohm erläutert. Die Praxen könnte im alten, als erhaltenswert eingestuften Bauernhaus eingerichtet werden. Das Modehaus wird wahrscheinlich abgerissen. Silivia und Adrian Burren wollen ohnehin im Sommer ihr Geschäft schliessen. «Im Zentrum könnten bis zu 40 Wohneinheiten entstehen», sagt Sohm. «Konkret ist die Planung aber noch nicht.» Momentan sei eine unabhängige Jury aus drei Architekten daran, Ideen zu bewerten. In Workshops werde das Projekt weiterentwickelt. Die Bauarbeiten selbst könnten frühstens 2015 starten.

Oberdorf.Hier soll demnächst ein generelles Baugesuch eingereicht werden. Vorgesehen sind 7 Mehrfamilienhäuser mit total 43 Wohneinheiten. Das geschützte Bauernhaus bleibt bestehen, die Räumlichkeiten werden in Wohnungen umfunktioniert. Fachstellen seien frühzeitig informiert worden, sagt Sohm. Er weist darauf hin, dass sowohl die Denkmalpflege als auch der Kanton und die Gemeinde, die für den Bau der Erschliessungsstrasse und den Unterhalt zuständig sein wird, einbezogen wurden. Die Bagger werden im Oberdorf voraussichtlich Mitte oder Ende Jahr auffahren.

Bärenmatte. Die Überbauung zwischen Bahnhof und Gasthof Bären ist in Utzenstorf ein Dauerbrenner. Schon in den 1990er-Jahren hat die Gemeinde einen Richtplan erstellen lassen. Seit ein paar Jahren stehen auf der Bärenmatte bereits 8 Mehrfamilienhäuser, dann kam das Projekt wegen Eigentümerwechseln und veränderten Bedürfnissen des Wohnmarktes ins Stocken. Nun sollen aber 4 weitere Gebäude mit insgesamt 37 Wohnungen dazu kommen. Zuvor ist noch eine Anpassung der Überbauungsordnung nötig. Diese befinde sich zur Genehmigung beim Kanton.

Lindenpark.Die Bauarbeiten für die Überbauung des Krankenversicherers KPT sind in vollem Gange. Die KPT realisiert für 20 Millionen Franken zwischen Lindenpark, Scheuermattweg und BLS-Bahnlinie 7 Wohngebäude mit total 48 Wohnungen. In diesem Herbst sollen die ersten drei Gebäude bezugsbereit sein, im Frühling und Sommer 2014 sollen die restlichen vier Häuser folgen. Bei der Mühle Landshut. Auch auf der Wiese an der Bahnlinie gegenüber der Villa Mühle Landshut finden erste Gespräche für eine Überbauungsordnung statt. Laut Markus Sohm stecke das Projekt noch in den Kinderschuhen, die Grösse sei noch völlig offen.

Feldegg. An der Feldeggstrasse sollen dereinst 3 Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Doch es harzt. Haufenweise gingen Einsprachen von verärgerten Anwohnern ein: Die modernen Blöcke passen nicht ins Einfamilienhausquartier, lautete der Vorwurf. Derzeit befindet sich eine Projektänderung in der Auflage. Wieder sind Einsprachen eingegangen.

Und es geht noch weiter...

Dass Utzenstorf als Wohnort so attraktiv ist, habe mehrere Gründe, weiss Bauverwalter Markus Sohm. Einer sei die gute Verkehrserschliessung durch die BLS-Bahn und die nahe gelegene Autobahn. Hinzu komme eine gute Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten und ein zahlbares Preisniveau. Einzig der Steuerfuss ist mit 1,69 Einheiten nicht gerade tief. Zum Vergleich: Kirchberg ist auf 1,44. Abgeschlossen sind die Bautätigkeiten im Dorf mit den laufenden Projekten nicht. In der nächsten Zeit werden wohl noch weitere Pläne auf dem Tisch des Bauverwalters landen. Utzenstorfs Bevölkerungswachstum ist kaum zu bremsen. Schon heute haben die Behörden das Ziel, dass sie mit der Ortsplanung 2005 steckten, übertroffen. Sie rechneten mit einem Zuwachs in 15 Jahren auf 4000 Einwohner. Diese Grenze ist bereits geknackt.

Berner Zeitung

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