Die ganze Nacht durch lesen

Grasswil

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde das Schulhaus Grasswil zum Ort der Bücher und Geschichten. Den Auftakt zur Lesenacht machte der Berner Kinderbuchautor Lorenz Pauli.

Weiss die Kinder zu packen: Lorenz Pauli erzählt spannende Geschichten an der Lesenacht im Schulhaus Grasswil.

Weiss die Kinder zu packen: Lorenz Pauli erzählt spannende Geschichten an der Lesenacht im Schulhaus Grasswil.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Es ist 19 Uhr. Für diese Uhrzeit ist es ungewohnt laut im Schulhaus Grasswil. Vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse sind alle anwesend. Soeben haben die Kinder das Abendessen beendet und widmen sich wieder der Hauptsache an diesem Mittwochabend: Dem Lesen und Bilderbuchanschauen.

«Vor acht Jahren haben wir die erste Lesenacht durchgeführt», sagt Primarlehrerin Manuela Küttel. «Seither wiederholen wir das alle zwei Jahre wieder.» Zum ersten Mal lud die Lehrerschaft in diesem Jahr einen Buchautor zu Vorlesungen ein.

Beliebte Bücher

«Die Bücher des Kinderbuchautors Lorenz Pauli werden an unserer Schule seit Jahren im Unterricht eingesetzt», erklärt Küttel die Wahl des Referenten. Die Handlungen der Geschichten seien einfach und die Wortwahl so, dass die Schüler manchmal ein Kichern nicht unterdrücken könnten – das mache die Genialität dieser Bücher aus.

In der Zwischenzeit haben sich die rund 30 Viert- bis Sechstklässler des Schulhauses in einem Raum versammelt. Es wird geschwatzt und gelacht. Doch kaum betritt Lorenz Pauli den Raum, wird es still. Und dies, obwohl er die ersten fünf Minuten kein Wort spricht, sondern die immer gleichen Takte eines Liedes pfeift und derweilen als lebender Wäscheleinehalter versucht, ein paar Kleidungsstücke aufzuhängen. Als er dann zu erzählen beginnt, hat er die Kinder längst für sich gewonnen.

Neugierige Zuhörer

Der Autor erzählt die Geschichte der Maus, die durch den See taucht, des Frosches, der eine ganze Seerose isst, und der Schnecke, die ihr Haus verlässt. Und warum? Weil sie ihren Mut unter Beweis stellen wollen. Am meisten Applaus – sowohl von seinen Tierkumpanen als auch von den Kindern – erntet aber der Spatz, der sagt, er mache bei dieser Mutprobe nicht mit.

Kaum hat Pauli seine Geschichte beendet, gehen zahlreiche Hände in die Höhe. «Wie sind Sie Autor geworden?», «Ist es nicht langweilig, immer wieder Geschichten zu erfinden?», «Verdienen Sie viel mit Ihren Büchern?», wollen die Kinder wissen. Lorenz Pauli beantwortet jede Frage. Als er nach einer guten Stunde die Schlussgeschichte erzählt, hören die Kinder genauso gebannt zu, wie zu Beginn. Mit einem Spaziergang durch die Nacht und Lesen, bis die Augen zufallen, stehen noch einige weitere Höhepunkte auf dem Programm.

Berner Zeitung

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