Die Emmestadt wächst nach innen

Burgdorf

Kaum hat Burgdorf die 15'000er-Marke überschritten, steuert sie zügig auf 16000 Einwohner zu. Entsprechend rege ist die Bautätigkeit. Wo was im Gang ist, erläuterten die Behörden in einer Gesamtschau.

Auf dem Typon-Areal entsteht in einer ersten Etappe eine Überbauung mit 60 Wohnungen.

Auf dem Typon-Areal entsteht in einer ersten Etappe eine Überbauung mit 60 Wohnungen.

(Bild: Thomas Peter)

Hans Herrmann

«Gemäss gewissen Unkenrufen könnte man zuweilen meinen, Burgdorf sei ein Notfallpatient, der demnächst den Geist aufgibt», sagte der für Hochbau und Planung zuständige Gemeinderat Martin Kolb gestern. In Tat und Wahrheit leide die Stadt höchstens an etwas Heuschnupfen; zu nennen seien die angeschlagenen Stadtfinanzen und die Probleme in der Altstadt. Alles in allem aber habe man es mit einer «wachsenden und dynamischen» Stadt zu tun, in der Investoren eine rege Bautätigkeit entfalteten. So wurden allein in den letzten zehn Jahren gegen 20 Überbauungen realisiert, und weitere 20 Projekte stehen vor der Umsetzung.

Bald 16'000 Einwohner

Vor wenigen Jahren knackte die Emmestadt die magische Grenze von 15'000 Einwohnerinnen und Einwohnern, und momentan bewegt sie sich in grossen Schritten auf das nächste Ziel von 16'000 Einwohnern zu. Es gilt also weiterhin, zeitgemässen Wohnraum zu schaffen. An einer Medienorientierung schilderten die Behörden gestern ihr Vorgehen und zeigten auf, welche Areale sich derzeit in einem Entwicklungsprozess befinden.

Die Philosophie laute: Einen Siedlungsraum mit klar erkennbaren Grenzen schaffen, damit die umgebende Landschaft geschont werden könne, sagte Yvonne Urwyler, Leiterin Stadtentwicklung auf der Burgdorfer Baudirektion. Hierzu seien die bestehenden Ressourcen im Stadtinnern besser zu nutzen und sei verdichtetes Bauen anzustreben. In der Folge skizzierte Urwyler mehrere Schlüsselprojekte, die bereits am Laufen sind oder sich in der konkreten Planung befinden.

Typon-Areal. Auf dem Gelände der ehemals in Burgdorf ansässigen Firma Typon entsteht in erster Etappe eine Wohnüberbauung mit 60 Wohnungen. Das Areal sei bestens erschlossen und befinde sich nur fünf Fussminuten vom Bahnhof entfernt; die Wohnungen würden sicher rasch auf Interessenten stossen, sagte Yvonne Urwyler. Wann die Investoren die zweite Etappe ausführen würden, sei noch offen.

Suttergut Süd.Suttergut nennt sich heute das ehemalige Aebi-Areal, das von der Zuger Alfred Müller AG gekauft wurde. Im südlichen Perimeter des Geländes sind die alten Gebäude bereits abgebrochen, bald entsteht hier eine Überbauung mit rund 100 Wohnungen und einem Anteil an Dienstleistungsflächen. Der nördliche Teil hingegen war für einen allfälligen Fachhochschulcampus reserviert. Da der Campus in dieser Form kein Thema mehr ist, steht das Gelände künftig für andere, noch nicht genau definierte Nutzungen zur Verfügung.

Thunstrasse. Die Baulandreserve am Ende der Thunstrasse gegen Oberburg hin ist eigens für experimentelles Wohnen ausgeschieden. Hier plant eine Genossenschaft das Projekt «Generationenwohnen». In der Siedlung sollen dereinst Leute aller Altersstufen und in allen möglichen Wohnformen von der Einzelperson über die Familie bis hin zur Wohngemeinschaft zusammenleben. Die Investoren wollen zugleich ein Netzwerk für Nachbarschaftshilfe aufbauen.

Schafroth-Areal. Eine Projektgruppe ist daran, das alte Fabrikgelände in Richtung «Themenhotel», kombiniert mit privatem Wohnraum, zu entwickeln. In dieses Vorhaben integriert wird auch jener Teil der alten Fabrikhallen, die bereits saniert sind, bis anhin aber keine Mieterschaft gefunden haben.

Siedlung Uferweg. Die Pensionskasse Previs will die alte Uferweg-Siedlung durch eine neue Überbauung ersetzen. Wegen Widerstand aus der Bevölkerung ist die Bauherrschaft daran, das Vorhaben in gesellschaftspolitischer und ökologischer Hinsicht zu überarbeiten.

Gärtnerei Heubach. Auch das Areal der Gärtnerei ob dem Friedhof lässt sich laut Stadtentwicklerin Yvonne Urwyler für eine Wohnüberbauung umnutzen. Hier ortet man ein Potenzial von 40 Wohnungen.

AMP-Areal. Wann der Armeemotorpark zwischen Heimiswilbrücke und Lochbach vom Bund freigegeben wird, ist noch völlig offen. Die Stadt wirft jedoch ein Auge auf das Areal, um es längerfristig ebenfalls in die Wachstumsstrategie von Burgdorf einzubeziehen.

Berner Zeitung

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