«Die Böden sind total instabil»

Schangnau

Die Keller in Schangnau waren nach der ersten Überschwemmung noch nicht trocken, als am Samstag in Bumbach einige erneut gefüllt wurden.

Nach dem Unwetter vom 23. Juli haben Zivilschützer im Dorf Bumbach viel Dreck weggespült. Am Samstag waren einige Keller wieder voll.

Nach dem Unwetter vom 23. Juli haben Zivilschützer im Dorf Bumbach viel Dreck weggespült. Am Samstag waren einige Keller wieder voll.

(Bild: Marcel Bieri)

Eigentlich hätten die Einsatzkräfte dieses Wochenende eine Verschnaufpause erhalten sollen. Das Regionale Führungsorgan hatte angeordnet, die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter vom 23. Juli ruhen zu lassen. Doch wieder kam es anders: In den frühen Morgenstunden vom 1. auf den 2. August ergoss sich erneut ein heftiges Gewitter über der Gemeinde Schangnau.

Diesmal lag das Schwergewicht nicht weit hinten im Gebiet Kemmeriboden, sondern weiter vorne im Bereich Marbachegg-Lochseite. «Dort haben zwei Gräben neuen Schaden angerichtet», sagt Gemeindepräsident Ueli Gfeller. Das hatte zur Folge, dass die Zufahrt zu einem Bauernhaus unterspült und am Samstag mit Kies aufgefüllt werden musste.

Zivilschutz leistet viel

Die Bewohner des Weilers Bumbach erlebten eine Wiederholung dessen, was sie bereits am 23. Juli durchgemacht hatten: Ihre soeben von Dreck und Schlamm befreiten Keller, in denen die Trocknungsgeräte liefen, wurden erneut überflutet. Von Ausruhen konnte deshalb am Samstag in Schangnau keine Rede sein. Wieder mussten die Einsatzkräfte Keller auspumpen. Und wieder musste an der Emme für kurze Zeit Hochwasseralarm ausgelöst werden. Wenigstens blieb es in der Nacht von Samstag auf Sonntag und gestern den ganzen Tag ruhig. Doch die Lage bleibt angespannt.

«Die Böden sind total instabil», sagt Gemeindepräsident Ueli Gfeller. Allein das Gewitter vom Samstag habe fünf bis sechs neue Hangrutsche ausgelöst. Am Montag werden die Aufräumarbeiten erneut aufgenommen. Wieder werden Mitarbeitende des Zivilschutzes im Einsatz stehen. «Es ist enorm, was der Zivilschutz leistet», sagt Ueli Gfeller und betont, wie sehr die Bevölkerung von Schangnau dessen Hilfe zu schätzen wisse.

Stege zu den Abgeschnittenen

Auch in Eggiwil wird der Zivilschutz weiter im Einsatz stehen. Auch dort gibt es nach dem Unwetter noch viel zu tun. Feuerwehrkommandant Anton Bigler berichtet vom schwer betroffenen Gebiet Sorbach, wo noch Fische aus einer Lache gefischt werden, Jauchegruben von Kies entleert und überschwemmtes Land gesäubert werden müsse. Zudem erwartet Bigler heute Angehörige des Militärs, die dafür sorgen werden, dass drei abgeschnittene Häuser dank eines provisorischen Fussgängerstegs wieder erreichbar werden. sgs;Hochwasser in der Emmental Region Aktuelle Entwicklung, Bilder und Videos.

Berner Zeitung

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