Die bewachte Velostation verstärkt die Werbung

Burgdorf

Mit der Auslastung der bewachten Velostation in Burgdorf ist die Stiftung Intact als Betreiberin der Anlage zufrieden. Die Gratisveloabstellplätze der SBB seien keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung. Trotzdem wird das Marketing intensiviert.

Die pinkfarbenen Sattelüberzüge für die Velos in der unbewachten, kostenlosen Anlage beim Bahnhof Burgdorf deuten auf die verstärkten Werbemassnahmen der bewachten Velostation der Stiftung Intact hin.

Die pinkfarbenen Sattelüberzüge für die Velos in der unbewachten, kostenlosen Anlage beim Bahnhof Burgdorf deuten auf die verstärkten Werbemassnahmen der bewachten Velostation der Stiftung Intact hin.

(Bild: Thomas Peter)

Eines Morgens trugen die Sättel von ein paar Hundert Velos grelle pinkfarbene Überzüge. Allen, die ihr Fahrrad im Bahnhofquartier abgestellt hatten, wurde auf diese Weise eine Werbebotschaft vermittelt: «Die Velostation bietet mehr als nur einen trockenen Sattel.» War dies eine Kampfansage der bewachten Velostation an die SBB, die seit Anfang April weitere zweihundert Gratiseinstellplätze nördlich des Bahnhofs zur Verfügung stellen?

«Nein, es müssen genügend gute Veloabstellplätze beim Bahnhof vorhanden sein», sagt Martin Wälti, Co-Geschäftsleiter der Stiftung Intact, welche die Burgdorfer Velostation bewirtschaftet. Er sei es gewesen, der zum Bau von zusätzlichen Abstellplätzen in einer doppelstöckigen Velogarage geraten habe: «Beim Bahnhof Burgdorf braucht es tausend Veloabstellplätze, wir können aber nur zweihundert anbieten.» Deshalb stelle dieses Angebot keine Konkurrenz dar.

Erfolgreich am Markt

Bei der Eröffnung der bewachten Velostation im November 2013 rechnete die Stiftung Intact mit einer täglichen Frequenz von achtzig bis hundert Velos. Ist diese Prognose Tatsache geworden? «Ja, die Prognosen haben sich bewahrheitet», antwortet Martin Wälti, «aktuell sind es um die hundert Velos.» Mit der Auslastung sei man zufrieden. Fakt sei, dass heute etwas mehr Velos eingestellt seien als seinerzeit im Zelt. Die Zahl der eingestellten Velos sei nicht das Wichtigste.

«Weit entscheidender ist, dass wir uns mit den verschiedenen Dienstleistungen unserer Mobilitätszentrale etablieren konnten», unterstreicht Wälti und ergänzt: «Das Gesamtpaket, in welchem die bewachte Velostation ein Mosaikstein ist, behauptet sich erfreulich gut am Markt.» Wäre die Vorgabe eine 100-prozentige Auslastung gewesen, hätten die Stadt Burgdorf und die Stiftung Intact zum heutigen Standort nicht Ja sagen können. Strategisch liege diese nämlich ungünstig. Will heissen: Am nächsten beim Bahnhof steht die unbewachte, jedoch überdachte, beleuchtete und damit relativ vandalensichere Abstellanlage, die gratis genutzt werden kann. Die bewachte Velostation hingegen steht in etwa fünfzig Metern Entfernung.

Sicherheit kostet

Untersuchungen in der Schweiz hätten gezeigt, dass bewachte Velostationen nur dann zu 100 Prozent ausgelastet seien, wenn sie unmittelbar neben den Bahnstationen stehen würden, weiter entfernte jedoch nur noch zu etwa 50 Prozent. «Wir können die Leute nicht zwingen, ihr Velo bei uns unterzustellen, wo sie weiter gehen und dann erst noch bezahlen müssen. Aber wir haben viele Kunden, denen die bestmögliche Sicherheit ihres Velos ein Abonnement wert ist», sagt Martin Wälti. In der bewachten Velostation Burgdorf kostet eine Tageskarte 2 Franken, eine Monatskarte 20 Franken, und 200 Franken sind es für ein Jahresabonnement.

Das Gesamtpaket im Fokus

«Natürlich hätten wir am liebsten eine volle Velostation», räumt Wälti ein. Für andere Angebote wie den Hauslieferdienst, den Velokurier, die Betreuung der Mobility-Flotte, den Verkaufsladen oder die E-Bike-Vermietung sei der Standort hingegen optimal. Konkret heisst dies: Das Marketing wird jetzt noch konsequenter betrieben. Wobei nicht allein die Velostation beziehungsweise die Mobilitätszentrale im Fokus steht, sondern alle Dienstleistungen der Stiftung Intact. Dazu gehören auch die Dienstleistungen der Werkstatt (alles rund um das Fahrrad), von Propr (zügeln, putzen, bügeln), des Ateliers (Handarbeit) oder des BTS (Catering, Mittagstisch, hausgemachte Produkte).

30 Personen, die dem Beschäftigungsprogramm der Stiftung Intact angehören, arbeiten in der Burgdorfer Mobilitätszentrale. Zusammen mit den Standorten Langnau und Kirchberg sind es 170 Personen.

Berner Zeitung

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